- Bildquelle: Sony Music © Sony Music

Der Vorgänger "Black Ice" hatte in 31 Ländern Platz eins der Albumcharts erreicht und sich weltweit knapp acht Millionen Mal verkauft. Das Album enthält u.a. die Single "Play Ball", die sich in den Top 40 der deutschen Charts platzieren konnte, sowie den Titelsong "Rock Or Bust", der Platz zwei in den deutschen iTunes-Charts erreichte. 

Die Band benötigte für das Einspielen der elf Songs gerade einmal vier Wochen – lediglich das 1979er-Album „Highway To Hell“ wurde in noch kürzerer Zeit aufgenommen. Gerade einmal drei Wochen benötigte die Band damals für das letzte Album mit Sänger Bon Scott in den Albert Studios in Sydney. „Dann ist uns dann das Geld ausgegangen…“, erinnert sich Angus Young heute. 

"Rock Or Bust" ist das erste AC/DC-Album in 41 Bandjahren, das ohne Gründungsmitglied Malcolm Young aufgenommen wurde. Vor einigen Monaten veröffentlichten AC/DC ein Statement, in dem die Band bekannt gab, dass Malcolm aufgrund gesundheitlicher Probleme eine Bandpause einlegen würde - mittlerweile steht allerdings fest, dass sein Zustand eine Rückkehr unmöglich macht. Am Songwriting für „Rock Or Bust“ war der 61-jährige allerdings noch beteiligt. „Das Meiste haben meine Bruder und ich geschrieben“, erklärt Angus, „das haben wir schon immer so gemacht. Das Album enthält viele seiner Ideen. Auch als er eigentlich den Punkt erreicht hatte, als er nicht mehr konnte, setzte er seine gesamte Energie ein, um noch irgendwie weiter zu machen. Und er sorgte dafür, dass ich alle seine Ideen auch bekam.“ Im Studio und auch auf Tour nimmt nun ein anderes Familienmitglied Malcoms Position ein. „Mein Neffe Stevie hat bei Aufnahmen seine Rolle übernommen“, erklärt Angus. „Er hat denselben Stil, den gleichen Rhythmus.“

Abgesehen von den gesundheitlichen Problemen verlief die Entstehung der Songs nach dem gewohnten Muster. „Die Herangehensweise ist bei jedem Album immer dieselbe“, verrät Angus. „Man nimmt ein paar neue Ideen und ein paar alte Ideen, die man noch nicht verwendet hat. Über die Jahre sammeln sich da viele Sachen an, die man nicht fertig gemacht hat. Man hat dann vielleicht einen guten Riff und einen guten Refrain und plötzlich merkt man: ‚Oh, die beiden passen ja zusammen‘, fast so als wenn sie für einander geschaffen wären. Aber diese Arbeitsweise war schon immer ein Teil von AC/DC.“  

Erst wenn die Songs geschrieben sind, wird die ganze Band zusammengetrommelt, deren Mitglieder auf verschiedenen Kontinenten leben. „Als wir die Musik fertig hatten, sagten wir den Jungs Bescheid: ‚Hey, es kann losgehen, wir haben jede Menge gutes Material‘. Dann versucht man, ein freies Fenster im Kalender bei allen zu finden, man kommt zusammen und fängt an aufzunehmen.“

Die 35 Minuten Album-Gesamtlaufzeit kommen dabei nicht nur rein zufällig recht „oldschoolig“ daher. „Das ist quasi eine Rückkehr zu den Sixties“, erklärt Young, „in den Sechziger Jahren waren die Alben sehr kurz, aber es waren große Songs drauf. Das war auch unser Ziel. Brendon O’Brien sagte: ‘Je tighter wir die Songs machen, desto aufregender wird das Album. Bei einem AC/DC-Konzert will man doch, dass die Songs Bang! Bang! Bang! hintereinander abgefeuert werden’. Das war seine Herangehensweise an die Stücke”.   

Warum die Band sechs Jahre für die Fertigstellung des neuen Albums benötigte, ist für den Leadgitarristen ganz offensichtlich. „Im Anschluss an die Veröffentlichung von ‚Black Ice‘ waren wir zwei Jahre auf Tour gewesen. Danach hatten wir eine kleine Pause. Dann gab es natürlich eine Verzögerung durch Malcoms Krankheit, wir wussten ja nicht, wie es ihm gehen wird. Wir hatten die Hoffnung, dass sich sein Zustand stabilisiert, aber es ist natürlich ein stetiger Rückschritt“, sagt Angus. „Und als klar war, dass er nicht weitermachen kann und es jetzt alleine auf uns ankommt, fragten wir uns: ‚machen wir weiter?‘ und will Malcolm überhaupt, dass wir weitermachen? Aber seine Meinung war immer schon: ‚Man macht immer weiter‘. Und deshalb sind wir dran geblieben. Und als das klar war, dass es voran gehen sollte, haben wir angefangen, Songs zu schreiben und uns bereit zu machen.“   

Ein geeigneter Albumtitel fand sich schließlich in jener Zeile, die das Bandgefühl der Australier perfekt auf den Punkt bringt. „Mir war sofort klar, dass es die Zeile ‘in rock we trust, it’s rock or bust’ sein muss. Es ist ein sehr starker und guter Titel, die Definition von AC/DC, von Anfang an. Es bringt die Alles-oder-Nichts-Attitude auf den Punkt, die wir schon immer hatten.”

Die ungebrochene Popularität der Band, die von Abermillionen Menschen auf der ganzen Welt verehrt wird, egal welcher Nationalität, Religionszugehörigkeit, Hautfarbe oder aus welcher sozialen Schicht, ist laut Angus ganz simpel. „Wir haben natürlich viel Glück gehabt und uns von Anfang an eine starke Fanbasis aufgebaut”, erläutert er. „Viele Leute mögen Rockmusik, und wir haben sie gemacht. Und sie hat den Leuten gefallen. Wir versuchen einfach nur, gute Rockmusik zu machen. Unser Bandformat ist ganz einfach: zwei Gitarren, der Bass, das Schlagzeug und Gesang. Das ist der Aufbau und so kommt es dann auch raus: es klingt nach AC/DC.“ Besonders stolz ist Young auf den Legenden-Status, den die Band in Deutschland genießt. „Deutschland war das erste Land, das die Beatles entdeckt hat, Deutschland hat also die Fähigkeit, großes Talent zu erkennen vor allen anderen“, erläutert er. „Als wir das erste Mal herkamen, spielten wir in kleinen Clubs und jedes Mal, wenn wir wieder herkamen, spielten wir in größeren Hallen. Das war natürlich großes Glück. Wir haben also irgendwie hier den richtigen Ton getroffen.“

Im Anschluss an die Veröffentlichung von "Rock Or Bust" werden AC/DC im kommenden Jahr zu einer Welttournee aufbrechen. Die Tourdaten werden noch bekannt gegeben.

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