- Bildquelle: Andreas Hornoff © Andreas Hornoff

Dazu wummert eine feierliche Hammond-Orgel, tanzen die Finger über das Klavier wie ein frischverliebtes Paar, singt im Hintergrund ein seelenvoller Chor. Erster Gedanke beim Hören: Das klingt so gar nicht deutsch. Eher erinnert das an den Sixties-Soul der amerikanischen Südstaaten, an die Künstler legendärer Labels wie Hi Records, Motown und Kent. Zweiter Gedanke: Etwas Gospel steckt da aber auch drin.

Der dritte Gedanke ist der wichtigste: Der 27-Jährige destilliert aus seinen Einflüssen, die in der Tat von Bill Withers bis zu Al Green reichen, einen sehr eigenen Klang, was auch viel mit dem zu tun hat, was er da singt. Was beim ersten Hören so einprägsam anmutet, besitzt nämlich durchaus mehrere Bedeutungsebenen: Man kann „So gut“ als Hohelied auf die Liebe begreifen, aber eigentlich ist die Botschaft des Songs viel umfassender und eine, die ziemlich gut in die Zeit passt: Der Song erzählt auch von dem, was passieren kann, wenn Menschen sich treffen und rasch bemerken: Gemeinsam funktionieren wir viel besser als alleine!

 „Es ist Pop, der Soul und Jazz atmet“,: So beschreibt Phil Siemers seine Musik. Er setzte in den vergangenen Jahren schon einige musikalische Ausrufezeichen. So gehört er zur Stammbesetzung der Hamburger „Soulounge“, die schon mit Künstlern wie Roger Cicero, Roachford oder Motown-Legende Lamont Dozier zusammenarbeitete. Er stand auf der Bühne von Hamburger Jazz-Clubs wie dem Birdland und dem Mojo Club, spielte beim Elbjazz-Festival und bestritt Konzerte mit Größen wie Zaz und Keb’ Mo. „So gut“ ist ein weiterer Vorbote für das Debütalbum „Wer wenn nicht jetzt“, das am 28. Februar erscheinen wird und von Sven Bünger (u.a. Johannes Oerding, Madsen, Cultured Pearls) produziert wurde. Im April wird Phil Siemers außerdem auf Deutschlandtour zu sehen sein.

Phil Siemers