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Die "FIFA" mag etwas Pech beim Timing gehabt haben – wer hätte schon wissen können, dass ihr Präsident Joseph Blatter (79) nach Korruptionsermittlungen der US-Behörden gegen seine Organisation kurz vor dem US-Filmstart zurücktreten würde. Dennoch ist es ein Scheitern mit Ansage. Schon zuvor war "United Passions" mit Stars wie Gerard Depardieu (66), Sam Neill (67), Thomas Kretschmann (52) und Tim Roth (54) heftig kritisiert worden. Es sei nicht mehr als ein flacher Werbe-Schinken in eigener Sache hatte es geheißen, in dem es bloß um "Selbstbeweihräucherung" und "gnadenlose Propaganda" gehe. Wie "Spiegel Online" berichtet, erhielt das Werk in seinen ersten beiden Tagen in zehn US-Kinos die Quittung: Gerade mal 607 Dollar habe der Film eingespielt.

In einem der Kinos sei lediglich eine Karte umgesetzt worden, heißt es weiter. Die Höchststrafe für einen Film, dessen Budget bei satten 23,5 Millionen Euro lag. Gerard Depardieu schlüpfte in die Rolle von Gründungsmitglied Jules Rimet, Tim Roth verkörpert Blatter. Die Story von "United Passions" ist schnell erzählt: Die Geschichte der "FIFA" von der Gründung bis heute, wie sie Frieden stiftet, integriert und den Sport zum Wohle der Menschheit nutzt. Dass dieser Film am Ende eine Spur an der Realität vorbei geht, konnte wohl auch Regisseur Frédéric Auburtin (53) nicht ändern.

So bleiben denn unter Umständen die schauspielerischen Leistungen eines Gerard Depardieu oder Tim Roth, die vielleicht für Momente reichen, in denen sich das Publikum unterhalten fühlt. Deutsche Zuschauer werden selbst das nur schwer überprüfen können. "United Passions" soll laut dem Portal in den meisten Ländern der Welt inklusive Deutschland nicht auf der großen Leinwand zu sehen sein. Nach den Entwicklungen der letzten Zeit um den Korruptionsskandal rund um die "FIFA" natürlich eine weise Entscheidung – über die rund zehn Euro für ein Ticket hätte sich manch einer gewiss geärgert.