- Bildquelle: Philip Glaser © Philip Glaser

Wie bei Schiller üblich spiegelt sein kommendes Album eine Reise in seinem Leben wider. In diesem Fall sogar eine ganz besondere Reise. "Ich habe beschlossen, dass ich es mal ausprobieren möchte, wie es ist ohne Besitz zu leben. Ich hab dann meinen ganzen Hausstand abgegeben und bin seitdem nur noch mit 2 Koffern unterwegs. Das war eigentlich der Beginn einer neuen, aufregenden Reise." Und die hat den 45-Jährigen dann weg von Berlin, der Großstadt, in der er über 15 Jahre lang gewohnt hatte, hinein in die Natur geführt.

Fast zwei Jahre lang hat er am Rande der Mojave-Wüste in Kalifornien gelebt. Die karge aber auch weite Landschaft ermöglichte es ihm noch freier an das Komponieren heranzugehen. Das merkte man seinem Album auch an. Weg von den festen Konstrukten, hin zur Freiheit des Schaffens. "Das Album kann im Idealfall ein Soundtrack sein, um mal kurz zu sich zu kommen, um einen kleinen Raum um sich herum aufzumachen. Wenn man dann darüber hinaus über die Beschäftigung mit der Gegenwart und dem Jetzt doch etwas zur Ruhe kommen kann, um zu erleben oder zu erfühlen, was man denn mit seinem eigenen Morgen machen kann, dann wäre das wunderbar."

Die Eindrücke und Erlebnisse in der abgeschiedenen Mojave-Wüste haben das neue Album enorm beeinflusst. "Ich habe versucht den Sound etwas zu erweitern und zu ergänzen. Die letzten Alben klangen zwar auch sehr nach Schiller, aber es fiel mir immer schwerer aus diesem Schiller-Konzentrat noch etwas Neues heraus zu destillieren." Das Ergebnis ist ein Album, das einfacher und komplexer zugleich klingt. Eine Balance aus minimalistischen Soundräumen und großen Überwältigungsmomenten.

Auf dem neuen Album "Future" sind viele neue musikalische Gäste vertreten. Arlissa, Kéta, Emma Hewitt. Künstler, die hierzulande kaum einer kennt. Aber genau das macht für den 45-Jährigen den Reiz aus. Den Reiz am Unbekannten. "Es geht um die Leidenschaft. Gerade bei diesem Album arbeite ich mit vielen jungen Künstlern zusammen, die man nicht unbedingt kennt und die sich teilweise auch selbst noch nicht so genau kennen, weil sie noch dabei sind sich als Künstler zu definieren, zu versuchen und zu erfahren, welche Tonalität sie sich zuschreiben möchten. Diese Unbefangenheit und Neugier haben mich besonders interessiert."

Weg von den unbekannten Künstlern, hin zu den weltberühmten Stars. Auf dem Album sticht besonders ein Lied ins Auge: "For You", eine ergreifende Ballade. Der Text stammt von einer wahren Filmgröße: Sharon Stone. Ja, richtig gelesen Hollywood-Schauspielerin Sharon Stone. Und die kann Texte schreiben? Ja und zwar verdammt gute. "Das gehört zu den surrealen Momenten der letzten Monate. Zu Beginn einer jeden Reise ist der Ausgang ja noch komplett offen, und ich weiß von allen Beteiligten vermutlich am wenigsten, was am Ende herauskommt. Diesmal hat es mich in die Nähe von Los Angeles verschlagen. Dort wartet ja eigentlich niemand auf niemanden. Ich habe aber dort ganz schnell ganz viele spannende Charaktere kennengelernt. Auf irgendeine Art und Weise, und ich weiß bis heute nicht wie, hat Sharon Stone erfahren, dass ich mich in Kalifornien aufhalte. Anscheinend kannte sie meine Musik, so dass sie mich durch ihren Agenten fragen ließ, ob ich nicht einen ihrer Texte vertonen möchte."

Dieser Text sticht gerade durch seine Einfachheit hervor. Schiller macht sich an die Arbeit und herauskommt "For You". Eine emphatische, gefühlvolle Liebeserklärung. "Wir haben uns nie getroffen, aber durch dieses etwas mysteriöse Rendezvous ist es gut, dass es so geblieben ist. Eine echte Begegnung hätte alles nur profaniert."

Mit "Future" hat sich Schiller ein Stück weit neu erfunden. Gesetztes Ziel: Mehr Raum, mehr Zeit, mehr Gefühl für das Hier und Jetzt um die Zukunft denkwürdig zu gestalten.

Alle Infos zu Schiller findet ihr unter https://www.facebook.com/schillermusic/ oder http://www.schillermusic.com .