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Erst veröffentlichten die Hacker private Emails und Sony-Filme im Netz, nun sprachen sie handfeste Drohungen aus. Zuschauer sollten sich von Kinos, in denen "The Interview" mit James Franco (36) und Seth Rogen (32) gezeigt wird, lieber fernhalten. Die meisten US-Kinoketten wollten das Risiko eines Anschlags nicht eingehen – und entschieden sich dagegen, die Komödie zu zeigen. Am Donnerstag sagte Sony schließlich den gesamten Kinostart ab.

Einer will sich von den Hackern aber nicht einschüchtern lassen: George R.R. Martin (66). Der Autor von "Game of Thrones" besitzt im US-Bundeststaat New Mexiko ein eigenes Kino und hat nun angeboten, "The Interview" dort zu zeigen. Auf seinem Blog "LiveJournal.com" ließ der Fantasy-Schriftsteller seinem Unmut über die Entscheidung der Sony-Bosse freien Lauf. George R.R. Martin wirft den Verantwortlichen sowie den großen Kinoketten in den USA Feigheit vor, weil sie den Film mit James Franco tatsächlich von der Leinwand verbannen.

"Es erstaunt mich, dass ein großer Hollywood-Film schon vor der Veröffentlichung von den Drohungen einer fremden Macht und anonymen Hackern gekillt werden kann", ärgert sich der "Game of Thrones"-Schöpfer. "Ich habe keine Ahnung, wie gut oder schlecht der Film ist. Er könnte witzig sein. Er könnte dumm und beleidigend und haarsträubend sein", spekuliert George R.R. Martin. Damit sich wenigstens einige Kinozuschauer ein Bild von James Franco und Seth Rogen in "The Interview" machen können, erklärt er sich bereit, den Streifen in seinem kleinen Kino zu zeigen. Ob Sony auf das Angebot eingehen möchte, ist bislang nicht bekannt.