Oscars ® 2017

Fatih Akin mit seinem Film Aus dem Nichts – der deutsche Oscarkandidat steht fest

Aus dem Nichts – der deutsche Oscarkandidat 2018

Der Inhalt: Ein trauriges Kapitel in der deutschen Geschichte – die Attentate der NSU als Grundlage für das Drama.

Der Regisseur: Ein erfolgreicher Filmemacher und Drehbuchautor mit sozialem Gewissen.

Der Oscar: Der wichtigste Filmpreis der Welt.

Fatih Akin mit Hauptdarstellerin Diane Kruger in Cannes
In Cannes konnten Fatih Akin und Diane Kruger schon feiern © Getty Images

Aus dem Nichts – ein deutsches Drama mit Oscarpotential

Sie gingen durch die Medien, die Attentate der NSU. Noch heute, sechs Jahre nach den Verbrechen, stehen Anklagte vor Gericht, ohne bislang einen Richterspruch gehört zu haben. Aus dem Nichts geht aus einer anderen Perspektive an die Geschichte heran – aus der Perspektive einer Ehefrau und Mutter, die mit den Ermordungen des Sohnes und des Ehemannes ihr ganzes Leben aufgrund eines rechtsextremen Anschlags verloren hat.

Thriller oder Drama, hier gehen die Stimmen auseinander. Dass der Film jedoch brillant ist, spricht ihm niemand ab. Mitreißend, tragisch, schockierend soll der Film nun sein Potential nun der ganzen Welt zeigen – bei der Oscarverleihung 2018. Ob Aus dem Nichts die Nominierung zum Oscar erlangt und, wie wir hoffen, die beliebte Auszeichnung schließlich erhält, erfahren wir leider erst im kommenden Jahr. Doch man darf zuversichtlich sein, denn der Film ist von einer mitreißenden Qualität, die sicherlich nicht nur deutsche Zuschauer faszinieren wird.

Die Hauptrolle in dem Film Aus dem Nichts spielt Diane Kruger, eine deutsche Schauspielerin, die bereits lange für internationale Filmproduktionen arbeitet. International bekannt wurde sie durch Filme wie „Troja“, „Das Vermächtnis der Tempelritter“ und „Inglourious Basterds“. Für ihre Rolle als Ehefrau und Mutter Katja in Aus dem Nichts wurde sie bereits mit dem Darstellerpreis der 70. Filmfestspiele in Cannes ausgezeichnet.

Fatih Akin – ein Mann mit Gewissen, der Träume realisiert

Sein politisches und soziales Gewissen ist groß und er wagt es seine Stimme zu erheben, um politische und soziale Probleme offen anzuprangern. Und nicht allein seine Stimme, wie im offenen Brief an den türkischen Staatspräsidenten Gül, erhebt er, sondern auch mittels seiner Filme legt er den Finger in offene Wunden. Dabei sind es grenzen- und religionsübergreifende offene Wunden.Von Aus dem Nichts, der das Neonazitum in Deutschland behandelt, oder The Cut, ein Film, der sich mit dem Völkermord an den Armeniern auseinandersetzt, bis schließlich zu Müll im Garten Eden, einem Appell gegen eine geplante Mülldeponie in einem türkischen Dorf – die Filme von Fatih Akin sind so viel mehr als einfache Unterhaltung für ein paar Stunden.

Doch nicht allein für die Inhalte, auch für seine brillanten Umsetzungen – von der Wahl der Schauspieler bis hin zur Filmmusik – hat der Regisseur etliche Auszeichnungen erhalten. Daher ist der Weg zum Oscar nur ein logischer nächster Schritt, dem er nun ein wenig näher ist.

Der lange Weg zum Oscar – so geht es

Doch noch ist der Oscar nicht sein – noch lange nicht: Zuerst kommt die Vorauswahl in Deutschland. Dafür zeichnet die Auslandsvertretung des Deutschen Films, German Films, verantwortlich. In diesem Jahr gab es elf Bewerber für den begehrten Preis, unter denen Aus dem Nichts als Sieger hervorging.

So also schickt Deutschland seinen Bewerber für den Oscar ins Rennen. Nun folgt allerdings eine weitere Auswahl von der Academy, da aus etlichen Ländern Bewerbungen für „den besten nicht englischsprachigen Film“ eintreffen. Dabei gilt: Pro Land ist ein Filmvorschlag gestattet. Nun wird ausgewählt, welcher dieser Filme tatsächlich als Oscarnominierung antreten darf. Schließlich wird aus diesen Filmen der Gewinner ausgewählt.

Der Film, den die German Films im vergangenen Jahr ins Rennen schickte war „Toni Erdmann“ von Maren Ade. Tatsächlich schaffte der Film es auch, eine Nominierung zu erlangen, der Oscar allerdings ging leider nicht nach Deutschland.

Seit im Jahr 1979 die „Blechtrommel“ den begehrten Preis gewann, haben nur noch zwei weitere deutsche Filme diesen Preis ergattern können. Da ist es sicherlich Zeit, wieder einmal einen Film aus Deutschland zu küren, besonders, da Aus dem Nichts diese Ehrung mit Sicherheit verdient hat.