VornameJoachim
NachnameGauck
Geschlechtweiblich

Joachim Gauck wäre beinahe schon 2010 zum Bundespräsidenten gewählt worden - das Rennen machte allerdings Christian Wulff. Schon damals bekam er viel Zuspruch und wurde häufig als „Kandidat des Volkes“ beschrieben. Was machte Joachim Gauck so populär? Weil der Berliner stets parteilos war, hätte er im Amt jede der großen demokratischen Parteien vertreten können, ohne sich groß zu verbiegen.

Der Steckbrief von Joachim Gauck begann 1940 in Rostock. Während Gauck die Schulbank auf dem innerstädtischen Gymnasium Rostock drückte, wurde sein Vater unter einem Vorwand abgeholt und von einem Militärgericht wegen angeblicher Spionage verurteilt. Ein Ereignis, das seine Mutter dazu veranlasste, ihn besonders kritisch gegenüber dem staatlichen System zu erziehen. Joachim Gauck absolvierte schließlich ab 1958 ein Theologiestudium und wurde Pastor - schon während dieser Zeit stand er unter Beobachtung der Stasi, setzte sich aber bis zur Wende weiter für Bürgerrechte ein.

Eine wichtige Position nahm Joachim Gauck nach der Wende ein: Von 1990 bis 2000 war er Beauftragter für Stasi-Unterlagen. Die „Gauck-Behörde“ - wie das Amt ein paar Jahre später genannt wurde, weil der offizielle Titel der Behörde viel zu lang war - ermöglichte jedem Bürger den Einblick in die eigenen Stasi-Akten. Nach dem Ende seiner Amtszeit blieb Joachim Gauck in verschiedenen Vereinen und Organisationen weiterhin auf der politischen Landkarte. Als er 2012 erneut für das Amt des Bundespräsidenten vorgeschlagen wurde, bekam er schließlich die Mehrheit. Mit seinen Kommentaren zur Vorratsdatenspeicherung, Occupy Wall Street, Stuttgart 21 und anderen heiklen Themen musst er zwar Kritik einstecken, seinen Ruf als „Kandidat des Volkes“ hat er dadurch aber nicht verloren.