Umfrageverlauf

BUNDESTAGSWAHL 2021: ERGEBNISSE - PROGNOSEN - AKTUELLE UMFRAGEN

Im Vorfeld der Bundestagswahl 2021 stehen Umfragen und Prognosen im Fokus der Wählerinnen und Wähler, aber natürlich auch der Parteien und ihren Kandidatinnen und Kandidaten. Dabei fragen die verschiedenen Umfragen teilweise unterschiedliche Informationen ab und sind daher nicht immer vergleichbar.

Bei der Sonntagsfrage ("Welche Partei würden Sie wählen, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre") liegen Union (CDU/CSU), SPD und Grüne nahezu gleichauf – bei jeweils um die 20 Prozent. Während Union und Grüne schon seit Monaten um den ersten Platz ringen, hat die SPD in den letzten Wochen zugelegt und so aus dem Duell einen Dreikampf gemacht.

Im Moment scheint keine Partei so viele Stimmen zu bekommen, dass ihr ein Partner zur Mehrheit reicht. Eine große Koalition wie bisher aus Union und SPD wäre damit nicht möglich. Wahrscheinlich dagegen sind im Moment Union-SPD-FDP-, Union-Grüne-FDP- oder SPD-Grüne-FDP-Koalitionen. Auch eine Koalition von SPD und Grünen unter Beteiligung der Linken würde eine Regierungsmehrheit bedeuten. Ausgeschlossen haben alle Parteien eine Koalition mit der AfD.

Wer die Bundestagswahl gewinnt, also welche Partei die meisten Stimmen bekommt und durch ihren Kandidaten oder ihre Kandidatin ins Kanzleramt einziehen darf, ist im Moment völlig offen. Klar ist nur: es läuft auf einen Dreikampf zwischen Annalena Baerbock (Grüne), Armin Laschet (Union) und Olaf Scholz (SPD) hinaus.

Stimmenanteile

AKTUELLE UMFRAGEN ZUR BUNDESTAGSWAHL 2021

Acht größere Institute erstellen Wahlumfragen in Deutschland:

 

  • Allensbach
  • Kantar (Emnid)
  • Forsa
  • Forschungsgruppe Wahlen
  • GMS
  • Infratest dimap
  • INSA
  • Yougov (International tätig)

 

Das Ziel der Institute ist es, die aktuelle politische Stimmung über Umfragen herauszufinden und so abzubilden. Dabei befragen sie auf unterschiedliche Art zwischen 1.000 und 2.000 zufällig ausgewählte Menschen: Möglich sind Telefon- und Onlinebefragungen, aber auch persönliche Befragungen an der Haustüre gibt es.

Anschließend wird das Ergebnis der Stichprobe auf die Gesamtzahl der Wahlberechtigten in Deutschland hochgerechnet. Da die gesellschaftliche Struktur der zufällig ausgewählten Personengruppe nicht der entspricht, wie sie unter den 60 Millionen Wahlberechtigten vorherrscht, gewichten die Umfrageinstitute die Ergebnisse der Befragungen. Das genaue Prozedere verraten sie nicht, denn durch diese Methoden versuchen sie, Wahlen möglichst präzise vorherzusagen.

Dabei lagen die Umfrageinstitute zuletzt immer wieder relativ stark daneben: International vor allem bei der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten 2016 und beim Brexit-Votum 2016. Aber auch in Deutschland konnten die Umfrageinstitute beispielsweise das Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt nicht genau genug vorhersagen.

Die wichtigste Frage in Deutschland ist dabei die Sonntagsfrage: "Welche Partei würden Sie wählen, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre?" Auch ohne eine bevorstehende Bundestagswahl wird diese Umfrage mindestens einmal im Monat durchgeführt, um so ein aktuelles Stimmungsbild abzufragen. Im Vorfeld der Bundestagswahl wird diese Umfrage immer öfter erstellt.

Betrachtet man die Ergebnisse der Sonntagsfrage über die letzten Monate, sieht man immer wieder einige Verschiebungen bei den Parteien. Das macht deutlich, dass die Umfragen stets nur eine Momentaufnahme sind. Zudem können die vom Institut befragten Personen nicht die Wahrheit gesagt oder auch einfach noch unentschlossen sein.

Gewinne Verluste

ERGEBNISSE DER BUNDESTAGSWAHL: PROGNOSEN UND HOCHRECHNUNGEN

Am Wahlsonntag sind die Wahllokale bis 18 Uhr geöffnet. Direkt danach werden bereits erste Prognosen veröffentlicht. Dabei haben die Umfrageinstitute Wähler:innen direkt nach der Abstimmung im Wahllokal gefragt, wie sie abgestimmt haben. Auch bei diesen Exit Polls können die Befragten falsche Angaben machen – zudem wird der in diesem Jahr vermutlich hohe Anteil an Briefwähler:innen darin nicht berücksichtigt.

Bereits um etwa 18:15 Uhr erscheinen in der Regel erste Hochrechnungen, basierend auf bereits ausgezählten Stimmen. Diese werden im Laufe des Abends mit immer mehr ausgezählten Stimmen ergänzt und so immer aussagekräftiger. Das vorläufige amtliche Wahlergebnis wird meist am späten Wahlabend oder in der Wahlnacht bekanntgegeben – das endgültige amtliche Wahlergebnis liegt erst Wochen später vor.

ERGEBNIS DER BUNDESTAGSWAHL: WELCHE KOALITIONEN SIND MÖGLICH?

Für die Bildung einer Bundesregierung ist eine absolute Mehrheit nötig. Dass eine Partei bei der Bundestagswahl 2021 dies erreicht, ist unrealistisch. Zuletzt gelang das der Union (CDU/CSU) 1957 mit 50,2 Prozent.

Folglich müssen sich die Parteien zusammentun, also eine Koalition bilden. Eine Zweierkoalition wie in der jetzigen Bundesregierung aus Union und SPD würde den aktuellen Umfragen nach keine Mehrheit besitzen.

Die Folge wäre eine Dreierkoalition. Möglich sind hier:

  • Schwarz-Rot-Grün oder Kenia-Koalition (Union/SPD/Grüne)
  • Schwarz-Rot-Gelb oder Deutschland-Koalition (Union/SPD/FDP)
  • Schwarz-Grün-Gelb oder Jamaika-Koalition (Union/Grüne/FDP)
  • Rot-Grün-Gelb oder Ampel-Koalition (SPD/Grüne/FDP)
  • Rot-Rot-Grün oder R2G-Koalition (SPD/Linke/Grüne)

 

ERGEBNIS DER BUNDESTAGSWAHL: ANDERE PARTEIEN SCHLIESSEN KOALITION MIT AFD AUS

Durch eine mögliche Dreierkoalition steigen auch Chancen von kleinen Parteien, mit in die Regierung zu kommen. Allerdings haben alle Parteien eine Koalition mit der AfD bereits im Vorfeld ausgeschlossen.

Stimmenverteilung + Sitzverteilung