Herr Moog, was beeindruckt Sie an den neuen Erfindern?

Ich finde es immer wieder beeindruckend, dass für alltägliche Probleme, die jeder Mensch kennt aber bisher als gegeben hingenommen hat, Lösungen entstehen. Besonders begeistern mich die jungen Erfinder. Es ist großartig zu sehen, welchen Drive die Kinder und Jugendlichen haben, um Probleme für Mensch und Natur zu lösen.

Zum ersten Mal stellen minderjährige Erfinder ihre Entwicklungen vor: Wie unterscheiden sich die „Jugenderfindungen“ von den „erwachsenen“ Erfindungen?

Vom grundsätzlichen Ansatz unterscheiden sich die Erfindungen eher wenig. Alle bieten Lösungen für alltägliche Probleme. Allerdings habe ich den Eindruck, dass die Jugendlichen tatsächlich mehr Mut haben, weitreichendere Probleme wie Nachhaltigkeit mit ihren Erfindungen zu adressieren. Bezüglich des Themas Marktreife sind dagegen die Erwachsenen im Vorteil. Bezüglich der Umsetzung für die breite Masse, inklusive der notwendigen Finanzierung, sind Kinder und Jugendliche auf die Hilfe von Erwachsenen, häufig ihrer Eltern, angewiesen.

Welche Erfindungen haben sie besonders überrascht?

Sowohl bei den Erwachsenen als auch den Kindern sind in diesem Jahr herausragende Erfindungen dabei. Bei den Erwachsenen beeindrucken mich vor allem der Einhandteller und der Nachhälter. Der Einhandteller, weil er für die Zielgruppe eine unfassbare Steigerung der Selbstständigkeit und Lebensqualität ermöglicht. Der Nachhälter, weil er am Puls der Zeit das Thema Plastikreduktion revolutionieren könnte. Bei den Jugendlichen beeindrucken mich zwei Dinge besonders: Erstens, die starke Affinität zu digitalen Lösungen – so zum Beispiel der Ortho-Load-Tracker, der Gitarrentrainer oder die intelligente Arbeitslampe. Bei allen Erfindungen wurden praktische Lösungen mit Hilfe von Apps entwickelt. Zweitens, der starke Fokus auf Nachhaltigkeitsthemen – die Brötchenrutsche oder auch der Mikroplastikfilter schaffen Lösungen, welche unsere Umwelt positiv beeinflussen können.

Das Expertenteam aus dem letzten Jahr hat sich nicht verändert. Wie gut seid ihr als Team eingespielt?

Ich glaube auch der Zuschauer wird es in der Sendung merken, dass wir als Team sehr gut funktionieren. Sowohl vor, als auch hinter der Kamera verstehen wir uns sehr gut, haben viel Freude zusammen und interessante Diskussionen. Ich fühle mich in dieser Runde – auch mit unserer Moderatorin Janin – sehr wohl und genieße die gemeinsame Zeit.

Wie kritisch betrachten sie die Erfindungen? Gibt es Eigenschaften aus der Erfahrung der letzten Staffel(n) auf die sie besonders achten?

In erster Linie ist es sicherlich wichtig, dass eine Erfindung ein Problem löst. Das heißt, die Relevanz und der Kundennutzen spielen eine entscheidende Rolle. Zudem sollte eine Erfindung innovativ und neu sein. Dafür ist es wichtig, dass möglichst wenig vergleichbare Artikel am Markt existieren. Auch der Preispositionierung kommt eine wichtige Rolle zu: Eine attraktive Preisstellung ermöglicht einen besseren Zugang zum Massenmarkt.

Sie haben selbst immer wieder gesagt, dass es erstaunlich ist, für welche Probleme – die ihnen gar nicht bewusst waren – die Erfinder Lösungen finden. Welche Probleme sind ihnen im letzten Jahr begegnet, für die sie sich eine Lösung gewünscht hätten?

Sowohl als Privatperson, als auch beruflich sind mir im letzten Jahr immer wieder Probleme mit Nachhaltigkeitsbezug begegnet. Selbst wenn man als Privatmensch oder auch als Händler Plastik einsparen möchte, ist die Umsetzung häufig sehr zeitintensiv und wenig konvenient. Nichtsdestotrotz ist es wichtig, sich mit Themen wie Plastikreduktion oder -vermeidung – beispielsweise durch den Einsatz von wiederverwendbaren Verpackungen, Ressourcenschonung oder Verzicht auf Mikroplastik – zu beschäftigen. Ich habe mich sehr gefreut, dass ich in dieser Staffel neue Ansätze kennenlernen durfte, die zukünftig genutzt werden können um diese Probleme anzugehen und die Welt ein bisschen nachhaltiger zu gestalten.