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Darum wurden die Niagarafälle trockengelegt

Folge 35 Staffel 1

Die Niagarafälle sind eines der bekanntesten Wahrzeichen des nordamerikanischen Kontinents und locken jährlich Millionen von Besuchern an. Im Jahr 1969 präsentierte sich jedoch dort, wo normalerweise atemberaubende Wassermassen in die Tiefe stürzen, nur eine karge Steinwüste: Damals waren die Niagarafälle in einem groß angelegten Projekt trockengelegt worden. Demnächst könnte es wieder soweit sein – wir erklären, warum den gewaltigen Wasserfällen das Wasser ausgeht.

25.03.2017 20:15 | 2:08 Min | © ProSieben

Tosende Wassermassen – die Niagarafälle sind ein Naturphänomen

Die weltberühmten Niagarafälle sind ein Überbleibsel der letzten Kaltzeit und damit vor rund 12.000 Jahren entstanden. Dort, wo der Niagara River sich von knapp 60 Meter hohen Klippen in die Tiefe stürzt, rauschen jede Sekunde rund zweieinhalb Millionen Liter Wasser vorbei – und veranstalten dabei ein ohrenbetäubendes Getöse. Rund 18 Millionen Menschen machen sich jedes Jahr auf den Weg zur Grenze zwischen den USA und Kanada, um das einzigartige Naturspektakel zu beobachten. Aber die ungeheure Kraft des Wassers ist nicht nur ein beeindruckendes Schauspiel, sondern wird seit langem auch effektiv zur Stromerzeugung genutzt.

Die erste Trockenlegung im Jahr 1969

Wer die Niagarafälle im Jahr 1969 aus der Nähe betrachten wollte, dem bot sich ein überraschender Anblick: Nach langer Vorbereitungszeit hatten Ingenieure den tosenden Wassermassen den Hahn zugedreht und die Niagarafälle über einen Zeitraum von fünf Monaten hinweg trockengelegt. Für das Mammutprojekt gab es mehrere unterschiedliche Gründe: Zum einen sollte das Gestein wissenschaftlich untersucht und zum anderen die Klippen rund um den Wasserfall befestigt werden. Die Trockenlegung der Wasserfälle erforderte enorme Anstrengungen, denn das Wasser musste auf der amerikanischen Seite durch einen Damm aufgestaut und anschließend umgeleitet werden. Was Wissenschaftler anschließend im steinigen Flussbett der Niagarafälle fanden, sorgte für Gänsehaut: Unter anderem kamen zwei menschliche Skelette zum Vorschein. Daneben fanden sich Millionen unterschiedlichster Münzen, die von Besuchern in den Wasserfall geworfen worden waren.

Werden die Niagarafälle erneut trockengelegt?

Rund 50 Jahre ist die letzte Trockenlegung der Niagarafälle nun her. Schon in den kommenden Monaten soll es nach Meinung vieler Experten wieder so weit sein. Vielleicht noch im Jahr 2017 soll die Wasserzufuhr für die Wasserfälle auf der amerikanischen Seite erneut unterbrochen werden. Auch dieses Mal handelt es sich wieder um ein Mammutprojekt, das nicht nur viel Geld und Arbeitszeit verschlingt, sondern auch zahlreiche Schaulustige anlocken wird. Immerhin bietet sich hier eine einmalige Gelegenheit, die berühmten Niagarafälle einmal aus einem vollkommen neuen Blickwinkel zu betrachten.

Der Grund für die erneute Trockenlegung ist indes simpel: Um dem hohen Besucheraufkommen gerecht zu werden, wurden im Laufe der Jahre mehrere Fußgängerbrücken errichtet. Von hier aus können die Touristen die Niagarafälle sicher und trotzdem mit unverstelltem Blick betrachten. Zwei dieser Brücken müssen nun saniert werden, zum Teil aus ästhetischen und zum Teil aus sicherheitstechnischen Gründen. Da diese Baumaßnahmen direkt über den reißenden Wassermassen nicht durchgeführt werden können, muss einer der drei Wasserfälle trockengelegt werden. Insgesamt dürfte das Projekt einen zweistelligen Millionenbetrag und mehrere Jahre Planungsarbeit verschlingen. Besucher der Niagarafälle müssen sich anscheinend aber keine Sorgen machen: Da nur einer der drei Hauptwasserfälle trockengelegt wird, stürzen die anderen beiden Fälle sogar mit noch mehr Kraft in die Tiefe. Gepaart mit dem beeindruckenden Ausblick, den der trockengelegte Bereich bietet, lohnt sich ein Besuch der berühmten Wasserfälle vielleicht sogar doppelt.