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Braucht man einen Drohnen-Führerschein?

Drohnen
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Drohnen fliegen – darf das jeder? Alles, was ihr über das Fliegen der unbemannten Flugobjekte wissen müsst und ab wann ihr einen Drohnen-Führerschein braucht. 

Ob bei Hochzeiten, lustigen Drohnen-Wettrennen oder Landschaftsidyll – Luftaufnahmen sind spektakulär. Ohne großen Aufwand können wir mit Drohnen die Vogelperspektive einnehmen. Doch darf das jeder? Seit 7. April gelten nämlich für die kleinen Flugobjekte neue Regelungen vom Bundesamt für Verkehr und digitale Infrastruktur, um die Sicherheit und auch die Privatsphäre zu verbessern. Ab 1. Oktober braucht man unter bestimmten Umständen einen Kenntnisnachweis – auch bekannt als Drohnen-Führerschein.

Ab 0,25 Kilogramm: Kennzeichnungspflicht für Drohnen

Für Drohnen, die mehr als 0,25 Kilogramm wiegen, ist eine Kennzeichnung nötig. Heißt: Der vollständige Name und die Adresse des Drohnen-Halters müssen hinterlegt sein. Das ist Voraussetzung, damit – falls doch was passiert – der Halter schnell gefunden wird. Name und Adresse werden auf einer Plakette notiert.

Ab 2 Kilogramm: Drohnen-Führerschein

Ein Kenntnisnachweis, auch Drohnen-Führerschein genannt, ist ab dem 1. Oktober Pflicht. Das gilt für alle Halter von Drohnen mit einem Gewicht ab 2 Kilogramm. So einen Nachweis hat man automatisch bei einer Pilotenlizenz (die hat natürlich nicht jeder und ist sehr teuer) oder durch eine andere Stelle, die vom Luftfahrt-Bundesamt anerkannt ist. Hierfür müssen die Drohnen-Halter aber mindestens 16 Jahre alt sein. Auch eine bescheinigte Einweisung von einem Luftsportverein ist bei Flugmodellen möglich. Dafür müssen die Besitzer nur 14 Jahre alt sein.

Ab 5 Kilogramm & nachts: Erlaubnispflicht

Bei einer Drohne, die über 5 Kilogramm schwer ist, ist sogar eine Erlaubnis der Landesluftfahrtbehörde nötig – genauso bei nächtlichem Einsatz. Alles unter 5 Kilogramm ist nicht erlaubnispflichtig. Ausgenommen von der Erlaubnispflicht sind auch Behörden und Organisationen wie Feuerwehren, die eine Sicherheitsaufgabe haben und für ihre Arbeit eine Drohne benötigen. Neu ist: Gewerbliche Drohnen-Benutzer brauchten bisher immer eine Erlaubnis, egal wie schwer ihre Drohne war. Das fällt jetzt weg. Unter 5 Kilogramm brauchen auch gewerbliche Nutzer keine Erlaubnis.

Prinzipielle Regelungen – was muss ich beachten?

Die Drohne (unter 5 Kilogramm) muss immer in Sichtweite des Halters sein. Sie darf nicht über 100 Meter hoch fliegen – außer auf ausgewiesenen Modellflugplätzen unter Aufsicht, oder der Inhaber verfügt über eine Erlaubnis der Luftfahrtbehörde. Außerdem darf man seine Drohne nicht über sogenannten sensiblen Gebieten wie JVAs, Polizei-Einsatzstellen, Naturschutzgebieten, Krankenhäusern, Industrieanlagen oder oberen und obersten Bundes- und Landesbehörden fliegen lassen. Genauso dürfen sie nicht im Bereich von Kontrollzonen bei Flugplätzen fliegen

Verboten sind auch Flüge über Wohngebieten (gilt für Drohnen ab 0,25 Kilogramm oder wenn sie Funk-, Audio- oder Videosignale empfangen oder aufzeichnen können). Liegt eine Einverständniserklärung der betroffenen Personen vor, ist es aber erlaubt.

Ausweichpflicht: Kommt die Drohne einem bemannten Flugobjekt zu nahe, zum Beispiel einem Flugzeug oder einem Heißluftballon, muss sie natürlich ausweichen.

Möchte man zum Drohnenfliegen eine Videobrille verwenden, darf die Drohne nicht schwerer als 0,25 Kilogramm sein und nicht höher als 30 Meter fliegen. Andernfalls muss immer eine weitere Aufsichtsperson dabei sein, die den Drohnen-Steuerer auf Gefahren aufmerksam machen kann.

Wie bin ich versichert?

Wer Drohnen steigen lässt, für den empfiehlt sich eine besondere Haftpflichtversicherung. Die normale Privathaftpflicht greift hier nicht immer. Also vorher unbedingt erkundigen, sonst kann es schnell teuer werden.

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