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Lebensmittel fermentieren

Fermentieren
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Heutzutage ist Fermentieren wieder in aller Munde. Dabei gibt es diesen natürlichen Gärungsprozess schon seit vielen Jahrhunderten. Wie das Fermentieren genau funktioniert, was die Vorteile sind und welche Lebensmittel sich für diesen Prozess anbieten, erfährst du hier.

Wie fermentiert man Lebensmittel?

Das Fermentieren von Lebensmitteln ist ganz einfach. Man gibt eine Starterkultur zu dem Essen, das fermentiert werden soll. Starterkulturen sind zum Beispiel natürlich Bakterien, die auf Gemüse schon vorhanden sind. Man kann aber auch Molke oder Kefirknollen verwenden – je nachdem, welches Lebensmittel fermentiert werden soll. Das Lebensmittel wird dann in einem Einmachglas luftdicht verschlossen, sodass sich die Kulturen vermehren können. In der luftdichten Umgebung entsteht ein sogenanntes saures Milieu, in dem die guten Bakterien sich vermehren können und ungesunde Keimlinge nicht den richtigen Nährboden haben. Deshalb verderben Lebensmittel auch nicht, wenn man sie fermentiert.

Tipps für die Fermentation

Beim ersten Mal kann dir das Fermentieren kompliziert und anstrengend vorkommen. Daher gibt es hier einige Tipps, mit denen die Fermentation bestimmt gelingt.

1.    Mit einfachen Produkten anfangen

Wenn du dich zum ersten Mal ans Fermentieren machst, eignen sich manche Lebensmittel mehr als andere. Gemüse zum Beispiel lässt sich leichter fermentieren als Milch. Versuche daher zuerst, Karotten oder Kohl zu fermentieren, bevor du dich an die schwierigeren Lebensmittel machst.

2.    Fremde Gerüche vermeiden

Beim Fermentieren ist eine gute Nase gefragt! Deshalb solltest du versuchen, alle störenden Gerüche aus deiner Küche zu verbannen: Duftkerzen, Parfüm oder stark riechende Gewürze haben bei der Fermentation in deiner Küche nichts zu suchen.

Welche Lebensmittel bieten sich zur Fermentation an?

Man kann nicht nur Gemüse fermentieren. Auch andere Lebensmittel bieten sich für den geplanten Gärungsprozess ebenfalls an und schmecken nach der Fermentation ganz besonders.

  • Milch fermentieren

Milch kann man ganz einfach selber fermentieren, um Joghurt oder Dickmilch herzustellen. Dabei muss es nicht immer Kuhmilch sein: Auch Ziegenmilch oder Schafsmilch bieten sich für die Fermentation an. Zum Fermentieren von Milch braucht man spezielle Bakterien oder Kulturen, wie zum Beispiel Kefirknollen. Mit ihnen lässt sich Milch ganz einfach fermentieren und zu verschiedenen Produkten umwandeln.

  • Limonade herstellen durch Fermentieren

Anstatt Limonade zu kaufen, die mit vielen ungesunden Stoffen gesüßt ist, kannst du das leckere Getränk ganz einfach zu Hause selber herstellen: mithilfe von Fermentation. Um zum Beispiel Erdbeerlimonade herzustellen, brauchst du Erdbeeren, etwas Zucker, stilles Wasser und Molke. Alle Zutaten werden in ein Gefäß gegeben und verrührt, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Zwei Tage muss das Glas verschlossen in der Küche stehen, bis du die leckere Limonade trinken kannst.

Was sind die Vorteile von fermentierten Lebensmitteln?

Fermentierte Lebensmittel sind nicht nur sehr lecker und lassen sich vielfältig in der Küche beim Kochen einsetzen. Es gibt noch weitere entscheidende Vorteile, die das Fermentieren mit sich bringt.

1.    Lebensmittel sind länger haltbar

Durch die Fermentation werden Lebensmittel auf natürliche Weise länger haltbar gemacht. Deshalb hat das Fermentieren auch schon vor vielen Jahrhunderten seinen Ursprung: Als man im Winter keinen Zugriff auf frisches Gemüse hatte, wurden Karotten, Kraut oder Rote Beete fermentiert, damit man auch in der kalten Jahreszeit genügend Vitamine zu sich nehmen konnte.

2.     Bessere Verträglichkeit durchs Fermentieren

Bei der Fermentation passiert mit den Lebensmitteln etwas ganz Besonderes: Der Gärungsprozess der Lebensmittel sorgt dafür, dass Bakterien, die sich auf den Lebensmitteln befinden, Stärke und Zucker in Milchsäure umwandeln. Dadurch wird später beim Essen von fermentierten Lebensmitteln die Darmflora angeregt. So sind fermentiertes Gemüse und andere Lebensmittel nicht nur lecker, sondern auch besonders gut verträglich.

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