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Alcatraz

Folge 3 Staffel 3

Alcatraz, die frühere Endstation für die schlimmsten Verbrecher der USA. Wir zeigen dir, was wirklich hinter dem berüchtigten Hochsicherheitstrakt steckt.

27.07.2013 20:15 | 5:27 Min | © ProSieben

Jährlich pilgern über eine Million Besucher mit der Fähre zur berühmt-berüchtigten Gefängnisinsel Alcatraz in San Francisco, Kalifornien. Kaum eine Sehenswürdigkeit ist beliebter als die schaurige Haftanstalt, die von den Insassen damals „The Rock“ getauft wurde. Was als Vorlage für vielfache Verfilmungen diente, war seit der Eröffnung 1934 der wahr gewordene Albtraum für die härtesten Gangster Amerikas.

Alcatraz: Aussichtslose Flucht

Wer in dem Hochsicherheitsgefängnis eingesperrt war, konnte davon ausgehen, dass er die Insel ohne Gerichtsbeschluss wohl nicht mehr verlassen würde. Dafür sorgten unter anderem die elektrisch gesicherten Tore sowie Metalldetektoren, die verhindern sollten, dass die Gefangenen Waffen schmuggeln konnten. Doch sollte man es trotz der ausgeklügelten Sicherheitsmaßnahmen ans Tageslicht geschafft haben, warteten dort immer noch das klirrend kalte Wasser und die bis heute unberechenbare Strömung. Auch das Ammenmärchen von gefährlichen Haien, die angeblich vor der Küste San Franciscos umherschwammen, sorgte für Abschreckung bei den Häftlingen auf Alcatraz. Trotz aller Vorkehrungen und abschreckenden Worte gab es 14 Fluchtversuche, die jedoch allesamt erfolglos verliefen. Entweder wurden die Flüchtigen postwendend zurückgebracht oder sie ertranken. Doch zwei Männer der insgesamt 1576 Inhaftierten schafften es tatsächlich mit Hilfe eines aus Regenmänteln gebauten Schlauchbootes bis zum Hafen. Was aus ihnen geworden ist, ist jedoch unklar. Laut FBI-Angaben sollen sie ertrunken sein.

Psychischer Härtetest auf Alcatraz

Was wir uns heute bei einem Besuch in dem amerikanischen Superknast nur wage ausmalen können, war für die damaligen Häftlinge bittere Realität. Wer aus der Reihe tanzte, kam in knallharte Isolationshaft. Isolationshaft bedeutete in Alcatraz jedoch nicht nur schnuckelige Einzelzelle, sondern kalte Kerker ohne Licht, Bett und ohne jegliche sanitäre Anlagen. Hat man es als Insasse in die Nacktzelle in Block D geschafft, musste man zudem auf Kleidung verzichten und auf dem kalten und harten Boden schlafen. Ex-Häftlinge berichteten später von einem Redeverbot in der kompletten Haftanstalt. Lediglich in der Kantine oder am Arbeitsplatz durfte gesprochen werden, niemals jedoch mehr als sechs Minuten am Tag. Das und die Tatsache, dass Wärter die Häftlinge teilweise sogar misshandelt haben sollen, führten dazu, dass harte und gefährliche Kerle mit der Zeit gebrochen wurden und in einen psychisch bedenklichen Zustand verfallen sind. Sogar Al Capone soll nach dem Aufenthalt in Alcatraz noch Jahre später mit den Folgen der harten Haftbedingungen gekämpft haben, berichteten dessen Nachkommen.

Umstrittener Hochsicherheitsknast: Medien können nur spekulieren

Da alle Informationen aus und um Alcatraz herum ausschließlich von den zuständigen Behörden gefiltert an die Öffentlichkeit gelangten, konnten die Medien damals nur spekulieren, was wirklich auf „The Rock“ passierte. Briefe an die Insassen wurden abgefangen und zensiert. Man konnte nur anhand der einzelnen Infos, die nach außen drangen, vermuten, was wirklich in Alcatraz geschah. Und die Gerüchteküche fing mit der Zeit an, immer heftiger zu brodeln.

Als die Fassade von Alcatraz anfing zu bröckeln

Alcatraz galt nicht nur als sicherster Knast in der Geschichte der Vereinigten Staaten, er war auch einer der teuersten. Als sich ab 1961 immer mehr Häftlinge daran versuchten, die maroden Mauern zu durchgraben (teilweise mit einfachen Löffeln), da das Salzwasser eindeutig seine Spuren hinterlassen hatte, und der gesamte Komplex langsam aber sicher immer baufälliger wurde, entschied man sich im Jahr 1963, die Gefängnisanlage Alcatraz für immer zu schließen. Dazu können im Übrigen auch diverse Zeugenaussagen von Inhaftierten beigetragen haben, die bei einem Mordprozess gegen das Hochsicherheitsgefängnis aussagten und die unvorstellbaren Zustände hinter Gittern beschrieben.

Heute steht Alcatraz unter Denkmal- und Naturschutz und wird bei den Besuchern aus aller Welt wohl trotz der unvorstellbaren Zustände weiterhin für Gänsehaut sorgen.

Tickets für die Alcatraz-Tour gibt es z.B. hier bei www.alcatrazcruises.com/tour-options ab ca. 37 Dollar. Es gibt viele Termine, an denen ein Boot übersetzt, aber man sollte wegen des großen Andrangs immer rechtzeitig reservieren!