- Bildquelle: Julia Feldhagen ProSieben / Julia Feldhagen © Julia Feldhagen ProSieben / Julia Feldhagen

Was verbindest du mit dem Wald?  

"Der Wald ist meine Heimat. Ich bin in einer Waldstadt geboren und habe im Wald mein erstes Geld verdient. Damals habe ich für 7,50 DM Bäume für die Forstwirtschaft gefällt. Jetzt habe ich den Forst meines Vaters übernommen. Wenn ich nicht auf der Bühne stehe, stehe ich im Wald und habe kein Mikrofon in der Hand, sondern eine Motorsäge. Der Wald ist für mich Rückzugsort, Ruhestätte und Energiegeber." 

 

Wie würdest du die Lage der deutschen Wälder in drei Worten bezeichnen?  

"Gerade den deutschen Vorzeigewald in einem so schlechten Zustand zu erleben, ist, wie einen Profisportler mit Krücken zu sehen: stolz, geschwächt und brandgefährlich." 

 

Welche Szenen oder Begegnungen haben dich am meisten getroffen?  

"Ehrlich gesagt, waren es mehrere Momente für mich. Obwohl ich viel im Wald bin und mich viel damit beschäftige, war das ganz schön ernüchternd ihn in diesem Zustand zu erleben. Beim Dreh habe ich den Wald von früher nicht wiedererkannt, weil er einfach weg war. Dann auch noch zu erleben, mit was für einem Aufwand, einer Manpower und Technik, wir versuchen, mit Altlasten umzugehen. Und wie wir versuchen, gegen Brände anzukämpfen, statt mehr darüber zu reden, wie diese Brände entstehen und was die Fehler sind …  

Die Lage ist gefährlicher, als viele denken. Man sieht immer wieder: Unsere Altlasten und Fehler fallen uns immer wieder auf die Füße, sei es in der Ukraine mit Radioaktivität oder hier mit der Munition und der falschen Forstwirtschaft, diese Rechnung bekommen wir irgendwann wieder zurück." 

 

Was hast du für dich aus dem Report mitgenommen?  

"Wir kommen gerade nicht hinterher. Das, was wir in der Vergangenheit kaputt gemacht haben, können wir nicht mehr ändern und wir müssen damit leben, was jetzt passiert. Der Wald wird weiter sterben. Wir können nur dafür sorgen, dass wir die Fehler nicht wiederholen. Das ist wie bei kleinen Kindern und der Herdplatte: Wir müssten uns einmal die Finger verbrennen, damit wir jetzt besser darauf aufpassen. Es ist noch nicht alles verloren aber ich muss kein Biologe oder Klimaforscher sein, um zu sehen, dass sich im Wald und auf der Welt gerade extrem viel verändert. Da brauch’ ich nur einmal mit offenen Augen spazieren gehen." 

 

Bekommen wir die Lage noch unter Kontrolle?  

"Der Wald ist ein Ökosystem, das unglaublich langsam und lange gewachsen ist und wir haben es geschafft, es unglaublich schnell zu zerstören. Der Wald braucht jetzt viel Zeit, um sich zu regenerieren. Wir müssen jetzt etwas ändern, dann wird auch alles wieder gut, aber dafür müssen wir jetzt handeln." 

  

Was können wir tun?  

"Das Thema Wasser ist ein riesengroßes Thema. Viele Probleme, zum Beispiel, dass der Wald krank ist, sind darauf zurückzuführen, dass es an Wasser fehlt, weil es zu warm ist. Wir sollten darüber nachdenken, wie wir die Klimaerwärmung in den Griff bekommen. Jeder von uns kann bewusster leben und zwar so, als wäre unter anderem der Wald keine Ressource, die wir einfach benutzen, sondern eine Ressource, mit der wir leben. 

 

Was sollen die Zuschauer aus dem Green Seven Report mitnehmen  

"Der Green Seven Report ist für mich ein Signalfeuer, das offenlegt, wie der aktuelle Zustand des Waldes ist. Diese Naturgewalt Feuer existiert jetzt nicht mehr nur im Fernsehen oder auf anderen Kontinenten, sondern sie steht ganz real vor unserer Tür." 

 

Machst du ganz gezielt etwas, um Ressourcen zu schonen? 

"Ich verbrauche viel bewusster. All den Luxus, den wir haben, der kostet Energie und diese Energie muss irgendwo herkommen – wir verbrennen und das ist schlecht für das Klima. Man muss nicht perfekt sein, aber jeder kann im Kleinen etwas tun. Egal, ob es darum geht, ob ich bestelle, wie ich mich fortbewege oder wie ich mich ernähre …   

Der Wald wird am Ende immer der Gewinner sein. Die Frage ist, ob wir das überleben." 

Den Green Seven Report "Unser Wald brennt" kannst du am 21. September um 20:15 Uhr auf ProSieben sehen.