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"Eat well, live well, be well." Und: "Making the world a better place one plate at a time." Diese "Kitchen Slogans" sagen es schon: Nachhaltige Ernährung soll immer auch die Welt verbessern. Doch wann ist Ernährung eigentlich nachhaltig?

Ernährung ist dann nachhaltig, wenn sie gesund, umweltfreundlich, sozialverträglich und wirtschaftlich ist.

Mehr erfahren: Was ist Nachhaltigkeit?

Regional einkaufen, saisonal essen

Avocados aus Mexiko? Melonen aus Griechenland? Lachs aus Alaska? "Kobe Beef" aus Japan? Darjeeling-Tee aus Indien? Am besten ist es, darauf zu verzichten.

Importe kosten Energie und verursachen schädliche CO2-Emissionen. Der Transport von Äpfeln per Schiff aus Chile beispielsweise benötigt 12-mal mehr Energie als heimische Ware, bei der Luftfracht liegt der Energieverbrauch 520-mal höher.

Daher sollte man das einkaufen, was die Böden und Gewässer hierzulande hergeben – in der jeweiligen Jahreszeit.

Erzeugnisse aus (beheizten) Treibhäusern? Lieber zu Freiland-Produkten greifen. Einen Überblick darüber, was wann wächst, gibt beispielweise der Saisonkalender der Verbraucherzentrale. Erdbeeren schon im Frühling oder Spargel an Weihnachten, das wäre kontraproduktiv. Beeren und auch anderen Früchte wie Kirschen oder Aprikosen genießt man mit gutem Gewissen im Sommer, in den kalten Monaten bieten sich verschiedene Kohlsorten, Rüben und Wurzelgemüse an.

Für Fleisch und Fisch gilt das Gleiche: Buy local.

Ökologische Landwirtschaft: Warum bio besser is(s)t

Bleibt zu klären, wie das jeweilige Produkt entstanden ist. Studien bescheinigen der ökologischen Landwirtschaft eine deutlich geringere Umweltbelastung im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft. Ausschlaggebend dafür sind unter anderem diese fünf Faktoren:

  • niedrigerer Energieverbrauch
  • geringere Emissionen von Treibhausgasen
  • bessere Bodenqualität
  • größere Artenvielfalt
  • verminderte Schadstoffbelastung des Oberflächen- und Grundwassers

Außerdem kommen keine chemisch-synthetischen Mittel (Pestizide) zum Einsatz, um Pflanzen vor Schädlingen zu schützen, und Tiere werden besonders artgerecht gehalten.

Die Lebensmittel aus der ökologischen Landwirtschaft sind Bio-Lebensmittel. Deutschland führte 2001 das staatliche kontrollierte Bio-Siegel ein, mit dem nur Produkte gekennzeichnet werden dürfen, die nach der EG-Öko-Verordnung hergestellt wurden. Daneben haben deutsche Anbauverbände wie "Bioland", "Demeter" oder "Ecovin" eigene, strengere Kriterien entwickelt, um festzulegen, welche Erzeugnisse ihr Logo tragen dürfen.

Kann ein Steak auf den Teller?

Oder soll's eher vegetarisch sein? Alles bio, alles gut? Nicht ganz. Selbst bei Bio-Fleisch fällt die Ökobilanz schlecht aus. Der Grund: Die Tiere leben länger, fressen mehr und emittieren mehr. Darüber hinaus verspeist jede(r) Deutsche im Schnitt rund 60 Kilo Fleisch pro Jahr – und damit fast doppelt so viel wie von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlen.

Gesund ist: weniger Fleisch. Laut einer Studie des World Wide Fund For Nature (WWF) mit dem Titel "Fleisch frisst Land" braucht Deutschland 8,42 Millionen Hektar, eine Fläche von der Größe Österreichs, um den Fleischkonsum zu sichern. Zur Verdeutlichung: Während ein Schweinebraten mit Rotkohl und Kartoffelklößen 3,12 Quadratmeter beansprucht, genügen Spaghetti mit Tomatensoße 0,46 Quadratmeter. Und nicht nur das: Essen die einen zu viel Fleisch, bleibt nicht genug für alle.

Bei Fischen ist die Schadstoffbelastung das Problem. Einen hohen Quecksilber-Gehalt weisen etwa Aale, Störe, Rotbarsche, Hechte und Thunfische auf.

Tierisch schwer hat es auch die Kuhmilch: Bei der Herstellung von einem Liter entsteht etwa so viel Kohlendioxid wie bei der Verbrennung von einem Liter Benzin. Kleiner Tipp: Zu den nachhaltigsten, pflanzlichen Milch-Alternativen zählt der Hafer-Drink.