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Facelifiting: Methoden, Kosten und Ergebnisse der Gesichtsstraffung

Was ist ein Facelifting?

Unter einem Facelifting (auch Gesichtsstraffung genannt) versteht man einen plastisch-chirurgischen Eingriff, um Falten an Stirn, Wangen und Hals durch Zug auf das Gewebe und die Haut langfristig zu glätten und zu straffen. Dies ist nötig, wenn im Laufe der Zeit der Anteil an Kollagen und Elastin in der Haut abnimmt und sie so an Spannkraft und Festigkeit verliert. Diese ästhetische Schönheits-OP findet oft unter Vollnarkose oder im Dämmerschlaf statt.

> Gut zu wissen:

- Facelifting-Methoden: Variiert je nach zu straffender Gesichtsregion (Details erfährst du weiter unten)
- Dauer: Beratung ca. ein bis zwei Stunden, OP ca. zwei bis fünf Stunden
- Klinikaufenthalt: stationär oder ggf. mit einer Übernachtung

- Kosten einer Gesichtsstraffung: Je nach Methode, Umfang und Klinik liegen die Kosten durchschnittlich zwischen ca. 2.500 bis 13.000 Euro

So funktioniert die Straffung der Gesichtshaut

Ablauf des Großteils der häufig durchgeführten Gesichtsliftings
1. Nach dem Beratungsgespräch (z.B. zur Klärung von Allergien) und der Vorsorgeuntersuchung wird die Betäubung durchgeführt: lokal, als Dämmerschlaf oder als Vollnarkose. 

2. Die Schnitte erfolgen meist hinter den Ohren und entlang des Haaransatzes, oft bis in den Nackenbereich. 

3. Muskulatur, Bindegewebe und Fett werden gelöst und gespannt.

4. Danach wird die obere Hautschicht gestrafft und der Überschuss entfernt.

5. Zuletzt werden die Schnittstellen vernäht. 

Auswahl an Methoden und Behandlungsmöglichkeiten

Methode 1: Klassisches Facelifting

Bei dieser Methode verläuft ein Schnitt von den Schläfen im Haaransatz bis zum Ohr hinunter. Ein zweiter Schnitt wird hinter dem Ohr begonnen und läuft dann meist bis in den Haaransatz im Nacken. Die abgelöste Haut wird zu den Seiten und nach oben zurückgezogen. Danach wird das Bindegewebe in der Unterhaut von der Muskulatur getrennt und nach oben gesetzt. Anschließend entfernt der Chirurg den Überschuss an Haut und vernäht die Wunde, möglichst ohne zu viel Spannkraft auf die Haut. Dieses Basisverfahren des Faceliftings bietet darüber hinaus verschiedene Variationen je nach persönlicher Ausgangssituation, die individuell festgelegt werden. Ein klassisches Facelifting wird so gut wie immer unter Vollnarkose durchgeführt. Die OP dauert ca. drei bis vier Stunden. Meist ist danach eine Übernachtung in der Klinik vorgesehen. Die Fäden werden nach ca. sieben bis 14 Tagen gezogen.

Methode 2: Mini-Facelift

Unter einem Mini-Facelift (auch Wangenlifting genannt) versteht man ein besonders schonendes Facelifting. Die OP ist weniger aufwendig und es kommt zu weniger Narben. Der Verjüngungseffekt spricht vor allem Frauen ab 40 Jahren an, bei denen die Faltenbildung noch nicht so stark fortgeschritten ist. Deswegen ist der Eingriff auch unkomplizierter und günstiger. Mit der Schönheits-OP können Hängewangen ausgeglichen werden, die für einen traurigen Gesichtsausdruck verantwortlich sind. Ein Mini-Facelifting wird meist ambulant unter örtlicher Betäubung umgesetzt. Doch auch Dämmerschlaf oder Vollnarkose sind möglich. Zuerst wird der Hautmantel mit einem Schnitt vor und über dem Ohr abgelöst. Danach wird die Haut von den tiefer liegenden Strukturen gelöst und vertikal Richtung Ohr glatt gezogen. Nun wird der Überschuss an Haut entfernt und die Schnittkante vernäht. Zuletzt musst du dich hier mit einem Kopfverband abfinden, der aber nach einem Tag entfernt wird. Meist kannst du noch am selben Tag nach Hause gehen. Insgesamt dauert die OP ca. ein bis zwei Stunden. Eine Erholungsphase von bis zu zwei Wochen sollte eingeplant werden. Die Fäden werden nach ca. sieben bis zehn Tagen gezogen.

Methode 3: Vertical Facelift 

Bei dieser Art des Faceliftings wird nach den Schnitten am seitlichen Haaransatz die Haut vertikal nur nach oben und nicht seitlich gezogen. So werden vor allem Wangen, Augenbrauen, Stirn, Schläfen und die Mundpartie unter Vollnarkose oder örtlicher Betäubung geglättet. Ist der Hautüberschuss entfernt, wird die Schnittstelle vernäht. Bei weniger starken Falten kann der Eingriff statt mit einem Skalpell mit einem Endoskop durchgeführt werden. Das ist schonender und die Narbe verheilt schnellert. Am Ende wird der Kopf für 24 Stunden bandagiert. Dieses Facelifting dauert ca. vier Stunden. Die Fäden werden nach ca. zehn Tagen gezogen.  

Methode 4: Midface-Lifting

Bei diesem Facelifting strafft und verjüngt der Chirurg Tränensäcke, Hängewangen und Nasolabialfalten. Das verlorene Volumen baut er im Wangenknochenbereich auf und nimmt eine Straffung der mittleren Gesichtspartie vor. Unter Vollnarkose oder lokaler Betäubung macht er einen Schnitt am Unterlid, der leicht nach außen gezogen wird. Danach hebt er Binde- und Fettgewebe sowie Muskulatur an und befestigt es an der Knochenhaut am Außenwinkel des Lides. Zuletzt entfernt er den Hautüberschuss und vernäht die Wunde. Mit einem Kopfverband verbleibt der Patient für eine Nacht in der Klinik. Nach ein bis fünf Tagen kann der Verband gelöst werden. Zwei Wochen nach der OP kannst du dich wieder unter Leute wagen.

Methode 5: Face-Neck-Lifting

Gegen schlaffe Hamsterbäckchen und traurig erscheinende Mundwinkel hilft dieses Facelifting. Mit dieser Gesichtsstraffung stellt der Chirurg die Konturen wieder her, indem das sogenannte SMAS (Superficial Muscular Aponeurosis System, also übersetzt die Muskel-Bindegwebs-Schicht) der Unterhaut gestrafft und so ebenfalls die obere Hautschicht automatisch mit geglättet wird. Der Effekt bleibt auf den unteren Gesichtsbereich und den Hals beschränkt. Der Eingriff findet unter Vollnarkose oder im Dämmerschlaf statt. Die Schnitte werden meist von der Schläfe zum Ohr sowie bis in den Nackenbereich verdeckt im Haaransatz gesetzt. Danach wird das SMAS gestrafft und überschüssiges Bindegewebe sowie Fett entfernt. Das übrige Bindegewebe und die Muskulatur werden angehoben. Im Anschluss werden der Hautüberschuss entfernt, Drainagen gelegt (diese werden nach der ersten Nacht abgenommen) und alles vernäht. Die OP-Dauer beträgt ca. ein bis zwei Stunden. Ein Klinikaufenthalt von ein bis zwei Tagen mit Kopfverband  ist nötig. Die Fäden werden nach ein bis zwei  Wochen gezogen. Nach zwei bis vier Wochen Schonung kann man sich wieder wie gewohnt unter Leute wagen.

Methode 6: Stirn-/Augenbrauenlifting 

Wenn der Blick müde wirkt und du älter aussiehst als du bist, kann ein Augenbrauenlifting den Ausdruck öffnen und dich frischer erscheinen lassen. Bei dieser Methode der Gesichtsstraffung genügt eine ambulante Behandlung unter lokaler Betäubung. Je nach Art des Facelifts kann die Operation an der abgesackten Augenpartie gemeinsam mit einer Straffung der Lider und der Stirn einhergehen. Dafür sind Schnitte an den Augenbrauen oder am Ansatz der Haare nötig, um dann die überschüssige Haut zu entfernen und zu spannen. Danach werden die Schnitte vernäht. So werden Brauen geliftet und die Stirn geglättet. Die OP dauert im Durchschnitt ca. 45 Minuten. Eine Übernachtung ist nicht nötig. Danach solltest du dich zwischen ein bis zwei Wochen schonen. Die Fäden werden nach ca. fünf Tagen gezogen. 

Methode 7: Fadenlifting 

Ja, auch ohne OP kann man sein Gesicht straffen. Mit einem Fadenlifting kann erschlaffte Haut an Hals, Wangen, Brauen und Mund ohne große Narben gestrafft werden. So können die Konturen verbessert und Falten reduziert werden. Während des Eingriffs werden spezielle, resorbierbare (vom Körper nach ca. zwölf bis 18 Monaten abbaubare) Fäden mit einer feinen Kanüle unter die Haut geführt, um das abgesunkene Gewebe zu liften und in die gewünschte Position zu bringen. 

Das Prozedere dauert in etwa 30 bis 60 Minuten. Ein Aufenthalt braucht nicht eingeplant zu werden. Nach ein bis zwei Tagen ist die Schonzeit vorbei.

Methode 8: Laserlifting (Skin Resurfacing)

Mit einer Laserbehandlung kannst du ebenfalls auf eine Methode zum Facelifting ohne OP setzen. Am besten können damit Falten behandelt werden, die sich noch nicht tief eingegraben haben, da der Laser an der Oberfläche der Haut ansetzt. Behandelt werden können u.a. Mimikfalten an Mund und Augen. Dabei erwärmt sich die Hautschicht, so dass im Inneren die Zellneubildung angeregt wird. Außerdem bildet sich festigendes Kollagen und Elastin. Der Laser fühlt sich auf der Haut wie kleine Nadelstiche an. Die Gesichtsstraffung mit Laser findet ambulant unter lokaler Betäubung statt. Du trägst dabei eine Schutzbrille. Zur Milderung des Prickeln auf der Haut wird kühle Luft auf die Haut geblasen. Zuletzt wird das Laser-Areal gekühlt, z.B. mit Cool Packs, Thermalwassersprays, feuchten Kompressen, Pflegecremes oder kühlenden Masken. Die Behandlung dauert ca. 30 bis 90 Minuten. Nach dem Laserlifting kannst du sofort nach Hause gehen. Aber eine bis zu einwöchige Schonzeit solltest du einplanen. Auch vier bis sechs Wochen nach dem Termin kann die Haut noch zart und rosig erscheinen. Ab ca. drei Monaten ist das Resultat perfekt sichtbar. Der Effekt soll mehrere Jahre anhalten.

Methode 9: Kosmetische Lifting-Cremes 

Ebenfalls ohne OP kommst du aus, wenn du versuchst Falten einfach wegzucremen. Dafür steht dir eine riesige Palette an Pflegeprodukten aus dem Anti-Age-Sortiment zur Verfügung. Nicht jeder Tiegel kann sein Versprechen halten. Jedoch können die in Antifalten-Kosmetik enthaltene Wirkstoffe, wie Hyaluronsäure und Retinol oder Vitamin C einen positiven Effekt auf die Anzeichen der Hautalterung haben und Fältchen optisch auffüllen und mildern. Du solltest dir aber darüber bewusst sein, dass diese Cremes, Seren und Masken nur auf der Oberfläche der Haut wirken und deswegen keinen dauerhaften Lifting-Effekt auf dein Erscheinungsbild haben können. Aber immerhin kommt hier kein Skalpell oder eine Narkose zum Einsatz. Außerdem müssen keine Fäden gezogen und du musst auch keinen Klinikaufenthalt mit Schonzeit einplanen. Und es ist schneller und günstiger. Plus: Einen pflegenden Benefit besitzen die unzähligen Anti-Falten-Produkte auf jeden Fall.

Mögliche Risiken & Tipps

Risiken

  • Maskeneffekt nach unnatürlicher, extremer Gesichtsstraffung
  • Taubheits- oder Spannungsgefühl
  • Blutergüsse, blaue Flecken
  • Schwellungen (klingen oft schnell ab)
  • Narbenbildung
  • Nervenverletzung, Lähmungserscheinungen
  • Durchblutungsstörungen
  • Haarverlust im Schläfenbereich (wachsen meist nach einiger Zeit nach)

Tipps

- Die richtige, postoperative Narbenbehandlung beachten:
Nach dem Ziehen der Fäden die Narbe vorsichtig zweimal täglich dünn mit einer beruhigenden, heilenden Panthenol-Salbe eincremen. Eine Narbensalbe sollte möglichst fettfrei sein und keine für die Haut irritierenden Substanzen enthalten. Sie dient dazu, Entzündungen vorzubeugen, zu regenerieren und die Elastizität zu erhalten. Wenn die Wunde komplett geschlossen ist, kannst du die Narbensalbe für ca. ein halbes Jahr anwenden. Sie wird täglich ein bis zweimal dünn aufgetragen. Nach mehreren Monaten kann zudem eine Narbenmassage sinnvoll sein. Frag dazu am besten deinen Arzt. Die Massagen sollen dann mehrmals täglich bis zu jeweils fünf Minuten durchgeführt werden.
- Keine anschließende Gewichtsreduktion planen: Das kann das Ergebnis verfälschen
- Nicht rauchen: Reduziert Nachblutungen und Wundheilungsprobleme
- Lichtschutzfaktor: unterstützt eine bessere Narbenheilung
- Erholungsphase einplanen: ca. zwei Wochen
- Plus: Kein Sport, Sauna und Sonne, um Pigmentverschiebungen zu vermeiden.

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