Joko gegen Klaas - Das Duell um die Welt

Ecuador: Ayahuasca

Staffel 4Episode 312.12.2015 • 20:15

Die dritte und hoffentlich letzte Chance für Joko endlich endlich Ayahuasca zu probieren und in andere Sphären zu entschwinden. Beruhigt euch wieder, ihm geht es gut, keine Sorge.

Aya-was?? Für einige mag es wie ein Versprecher klingen – aber für Trendsetter und Lifestyle-Experten ist Ayahuasca das Nonplusultra der Selbstfindung. Zugegeben, die Methode ist gewöhnungsbedürftig: Man trinkt einen widerlichen Pflanzensud, muss sich heftig übergeben und halluziniert unter Anleitung eines Schamanen. Was also ist der Reiz an Ayahuasca? Hier erfährst du, was es mit dem jahrtausendealten Ritual wirklich auf sich hat.

Kontakt mit den Geistern? Fakten rund um die "Liane der Toten"

Ayahuasca ist sowohl der Name des halluzinogenen Pflanzensuds als auch die Bezeichnung für die spezielle Zeremonie, bei der Ayahuasca getrunken wird. Der Name bedeutet in der Sprache des lateinamerikanischen Quechua-Volkes so viel wie "Liane der Toten". Das bezieht sich auf die bewusstseinsverändernde Wirkung des Pflanzengebräus: Das ursprüngliche Ziel der religiösen Rituale ist es, mit der spirituellen Welt in Kontakt zu treten und mit Geistern und Ahnen zu kommunizieren. Westliche User berichten von der Ayahuasca-Zeremonie eher wie von einem gigantischen Psycho-Trip – unvermeidliche Erbrechen und heftige Durchfälle inklusive.

Ayahuasca: wie ein LSD-Trip hoch zehn

Wie wirkt Ayahuasca denn nun auf Körper und Geist? Wir kommt es, dass die psychoaktive Wirkung der Liane Banisteriopsis caapi so viel stärker ist als beispielsweise Pilze, Eisenhut oder andere "beliebte" halluzinogene Pflanzen? Das Geheimnis von Ayahuasca ist die Kombination der Wirkstoffe: Um den graubraunen Trank zu erhalten, werden die Lianenblätter mit den Blättern des Strauches Psychotria viridis vermischt. Das Kaffeestrauchgewächs enthält das stark halluzinogene N,N-Dimethyltryptamin (DMT). Die Lianenblätter wiederum enthalten die Stoffe Harmin und Harmalin. Sie hemmen den natürlichen DMT-Abbau im Körper, sodass der Wirkstoff seine volle bewusstseinserweiternde Wirkung entfalten kann.

Bewusstseinserweiterung – mit Vorsicht zu genießen

Bei den Stämmen, die in den ausgedehnten Wäldern der Anden, in Ecuador, Peru und bis nach Brasilien leben, ist Ayahuasca weit verbreitet. Der halluzinogene Pflanzentrank ist ein fester Bestandteil religiöser Zeremonien. Seit einigen Jahren interessieren sich aber auch im Westen immer mehr Menschen für Ayahuasca. Oft sind das Leute auf der Suche nach einer neuen spirituellen Erfahrung. Sie reisen extra nach Lateinamerika oder in eines von vielen "Ayahuasca-Retreats" in Europa oder in den USA, um dort unter der Anleitung eines Schamanen Ayahuasca zu nehmen. Eine solche Begleitung ist zwingend erforderlich – denn die Zeremonie ist nicht ganz ungefährlich: Neben den üblichen Drogenrisiken wie Überdosierung oder Verunreinigung besteht auch eine Gefahr, dass es der Nutzer aus seinem veränderten Geisteszustand nicht zurück in die "normale" Welt schafft. Auch eine dauerhafte Veränderung der Psyche durch Ayahuasca ist möglich – im positiven wie auch im negativen Sinne.

Ayahuasca: Illegale Droge oder Naturprodukt?

Unabhängig davon, ob man sich Ayahuasca nun antun möchte oder nicht: Der Gebrauch des Pflanzensuds ist in Deutschland und in der Schweiz strafbar. Das liegt daran, dass der enthaltende Wirkstoff N,N-Dimethyltryptamin (DMT) unter das Betäubungsmittelgesetz fällt und nur mit ärztlicher Erlaubnis konsumiert werden darf. In Brasilien beruft man sich auf die jahrtausendealten Traditionen und erlaubt den Gebrauch von Ayahuasca – allerdings ausschließlich zum Zweck der Religionsausübung. Dazu muss gesagt werden: Wohl kaum jemand würde auf die Idee kommen, die "Liane der Toten" als Freizeit- oder Partydroge zu nutzen – dafür sind die Nebenwirkungen und auch die halluzinogene Wirkung einfach zu krass. Auch in den USA hat man entschieden, dass Ayahuasca in den Bereich "Religionsfreiheit" fällt. Hier ist Ayahuasca übrigens ein Riesentrend, den jeder Hollywood-Promi mal mitgemacht haben muss.