Zu lachen gab es heute nichts bei Joko und Klaas. Nicht nur, dass viele Menschen in Corona die ultimative Spaßbremse sehen. Für wirklich Betroffene ist die Situation mit dem Covid-19-Virus viel schlimmer – für sich selbst, für die Angehörigen, das soziale Umfeld und all die, die aufgrund eines schweren Verlaufs mit Erkrankten zu tun bekommen. Wer sich mit Corona ansteckt und einen schweren Verlauf erlebt, muss auf die Intensivstation, wird künstlich beatmet, ins künstliche Koma gebracht, mit Unmengen von Medikamenten vollgepumpt und mit Maschinen am Leben gehalten, weil die eigenen Organe wie Herz, Leber oder Nieren oft nicht mehr dazu in der Lage sind.

Oberarzt Daniel Zickler zeichnet ein erschütterndes Bild eines schweren Covid-Verlaufes

So drastisch schildert zum Beispiel der Oberarzt Daniel Zickler von der Intensivstation Charité den typischen Fall eines Covid-Patienten auf der Intensivstation. Viele der Patient:innen verlassen diese Station erst wieder – wenn überhaupt – nach vielen Wochen und Monaten. Dann haben sie Corona immerhin überlebt, kämpfen aber noch monate- und vielleicht sogar lebenslang mit den Spätfolgen ihrer Krankheit, dem sogenannten Long Covid. Hier spricht der Oberarzt mitunter von anhaltenden Lähmungen, Störungen oder auch weiterhin notwendiger künstlicher Beatmung.  

Laut seiner Aussage sind aktuell 50 Prozent aller Intensivbetten mit Covid-19-Patient:innen belegt. Und Daniel Zickler befürchtet, dass es diesen Winter noch sehr viel mehr werden könnten, dabei sind die Station und das Personal bereits jetzt an ihrer Belastungsgrenze angekommen. Sich nicht impfen zu lassen, hält Daniel Zickler für eine Art russisches Roulette – für die Impfverweigerer und -verweigerinnen selbst, aber auch für deren Angehörige.  

Das Schicksal der 23-jährigen Luisa sollte wachrütteln

Den Anfang der Erzählrunde machte allerdings nicht der Oberarzt Daniel Zickler, sondern die 23-jährige Luisa. Sie erkrankte im Alter von 21 Jahren schwer an Corona, was all ihre Pläne in ihrem jungen Leben auf den Kopf stellte. Luisa war jung, sehr sportlich und ernährte sich sehr gesund. Niemals hätte sie gedacht, dass sie eine Krankheit dermaßen aus der Bahn werfen könnte. Heute, nach über eineinhalb Jahren, muss sich Luisa immer noch zahlreichen Therapien unterziehen, sie hat selbst heute noch Probleme beim Stehen und kämpft mit Vergesslichkeit. Lange Zeit war Luisa auf einen Rollstuhl oder einen Rollator angewiesen.   

Infiziert hatte sich Luisa in Spanien während ihres Praktikums, kurz vor ihrem Start ins Berufsleben. Nach der Infektion mit Covid-19 musste sie dort auf die Intensivstation, wurde ins künstliche Koma versetzt und künstlich beatmet. 38 Tage verbrachte sie auf der Intensivstation, während dieser Zeit hatte man die Hoffnung, Luisa retten zu können, teilweise schon aufgegeben. Schließlich entschieden die Ärzte dort, dass Luisa die einzige ECM" – eine externe Lunge – des Krankenhauses bekommen sollte, und retteten so ihr Leben.  

Olaf Scholz ruft die Bürger zur Impfbereitschaft auf

 

Der designierte Bundeskanzler Olaf Scholz sensibilisierte die Zuschauer:innen ebenfalls noch einmal für die Impfung gegen Corona. Für ihn und die Expert:innen ist die derzeitige akute Situation nur darauf zurückzuführen, dass zu wenige Menschen in Deutschland geimpft sind. Deshalb sei die Lage in Ländern wie Portugal oder Spanien, in denen die Impfbereitschaft sehr viel höher ist, deutlich entspannter. Olaf Scholz hielt ein herzergreifendes Plädoyer: "Am wichtigsten ist, jeder kann und sollte sich impfen lassen ... ich möchte, dass wir bis Weihnachten 30 Millionen Impfungen in die Oberarme bekommen ... so kriegen wir es hin, die vierte Welle zu brechen."

Und Olaf Scholz führte weiter aus: "Neu in dieser vierten Welle ist: Die Linie zwischen denen, die nach einer Covid-Erkrankung einen milden oder einen sehr schweren Verlauf haben, geht nicht mehr zwischen Alten und Jungen, sondern zwischen Geimpften und Ungeimpften. Und dabei muss jeder wissen: Wer sich nicht impfen lässt, gefährdet sich selbst, gefährdet Kinder und alle seine Mitmenschen, die sich aufgrund von Vorerkrankungen nicht impfen lassen können."

Dann äußerte Olaf Scholz seine Entschlossenheit im Kampf gegen Covid-19 und appellierte eindringlich an die Bevölkerung: "Wir müssen impfen und boostern, um die Verbreitung des Virus zu erschweren. Wir werden tun, was notwendig ist. Es gibt da keine roten Linien. Dass die notwendigen Maßnahmen eingeleitet werden, das ist meine Aufgabe. Und ich versichere euch, das hat meine oberste Priorität. Meine Bitte an Sie und euch: Helft mit, diese Aufgabe zu bewältigen. Helft uns allen, vermeidbares Leid zu verhindern. Lasst euch impfen, schützt euer Leben und das der anderen."   

Über den designierten Bundeskanzler Olaf Scholz 

Olaf Scholz ist ein deutscher Politiker der SPD und kam am 14. Juni 1958 in Osnabrück zur Welt. Er machte sich als "Erster Bürgermeister" von 2011 bis 2018 in der großen Politik einen Namen. In der großen Koalition unter der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) war Olaf Scholz seit März 2018 stellvertretender Bundeskanzler sowie Bundesminister für Finanzen. Durch den Wahlsieg der SPD bei der Bundestagswahl im Herbst 2021 gilt er aktuell als kommender Bundeskanzler, der zusammen mit den Grünen und der FDP eine so genannte Ampel-Regierung aufstellen will.

15 Minuten für einen wahrlich guten Zweck

Diese 15-minütige Sendung wurde möglich, weil Joko und Klaas bei der Show "Joko & Klaas gegen ProSieben" bei ihrem Arbeitgeber 15 Minuten Sendezeit zu ihrer freien Verfügung gewannen. Und am heutigen Mittwoch stellten sie dieses Sendezeit Luisa, Dr. Daniel Zickler und Olaf Scholz zur Verfügung, damit diese Redner:innen ihre Erfahrungen mit Covid-19 sowie ihre Appelle mitteilen konnten. Am nächsten Dienstag, den 7. Dezember 2021, bekommen Joko und Klaas wieder eine Chance, 15 Minuten Sendezeit zu gewinnen. Zu sehen ist die Show um 20:15 Uhr auf ProSieben, hier online im Livestream sowie auf Joyn. 

Alle aktuellen News

Aktuelle Highlights