- Bildquelle: dpa © dpa

Im Zusammenhang mit dem Fund einer verdächtigen Tasche in einem Duisburger Einkaufszentrum und der anschließenden Räumung des Komplexes hat die Polizei in den Niederlanden einen Verdächtigen festgenommen. Es werde ermittelt, ob und inwiefern der Festgenommene etwas mit dem Vorfall zu tun habe, sagte ein Sprecher der zuständigen Essener Polizei am Dienstagmorgen. "Wir gehen davon aus, dass die Tasche absichtlich dort abgestellt wurde." Der Verdächtige wurde nach Polizeiangaben nach einer Verfolgung gefasst. Weitere Angaben zu dem Mann machte der Sprecher zunächst nicht.

Die Tasche hatte einen stundenlangen Großeinsatz der Polizei in dem Einkaufszentrum ausgelöst. Nach der Entdeckung wurde das Forum Duisburg am Montagabend geräumt und abgesperrt. Experten des Landeskriminalamtes untersuchten das Fundstück mit einem Roboter. Die Polizei setzte nach eigenen Angaben auch Sprengstoffspürhunde ein.

Keine Explosion

Die Beamten beschossen die Tasche mit einem starken Wasserstrahl, um sie auf explosive Stoffe zu kontrollieren, wie der Polizeisprecher berichtete. Dies sei eine übliche Vorgehensweise. Zu einer Explosion sei es nicht gekommen. Was genau sich in dem Gepäckstück befand, war zunächst unklar. "Die Ermittlungen stehen am Anfang", sagte eine Polizeisprecherin.

Als der Verdächtige von Beamten auf deutscher Seite der Grenze im Rahmen einer Fahndung kontrolliert wurde, sei er mit dem Auto in die Niederlande geflohen, erklärte die Polizei. Niederländische Polizisten nahmen ihn schließlich fest. Deutsche Beamte seien in die Niederlande gereist, sagte der Sprecher der Essener Polizei: "Wir versuchen nun, ihn mit Beantragung eines Haftbefehls nach Deutschland zurückzubringen."

Die Ermittler gaben das Forum am frühen Dienstagmorgen wieder frei. Das Einkaufszentrum in der Innenstadt befindet sich in unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofs.