- Bildquelle: (c) Copyright 2019, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten © (c) Copyright 2019, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Im Fall des erschossenen Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) hat die Befragung eines vorübergehend in Gewahrsam genommenen Mannes keine Anhaltspunkte für eine Tatbeteiligung ergeben. "Aus diesem Grund wurde er heute in den frühen Morgenstunden wieder entlassen", erklärten die Staatsanwaltschaft Kassel und die Sonderkommission (Soko) in einer am Sonntag verbreiteten Mitteilung.

Der Mann sei seit Samstagabend mit dem Ziel befragt worden, Informationen zum Fall zu gewinnen. Zu den Erkenntnissen daraus schwiegen die Ermittler am Sonntag. Auch zu dem Mann selbst wurden mit Verweis auf den Persönlichkeitsschutz auf Anfrage keine weiteren Angaben gemacht.

Spekulationen eindämmen

Staatsanwaltschaft und Soko riefen schriftlich dazu auf, "sich nicht an Spekulationen zu beteiligen, um nicht den Eindruck einer Vorverurteilung zu erwecken." Sie schadeten den Ermittlungen. "Insbesondere mit dem Blick auf die aktuelle Medienberichterstattung bitten wir zudem darum, nur validen Informationen der Staatsanwaltschaft Kassel und der im Polizeipräsidium Nordhessen in Kassel hierfür eingerichteten Außenstelle des Hessischen Landeskriminalamtes zu vertrauen."

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Kassel, Andreas Thöne, erklärte zu dem Appell, es seien "arg viele Spekulationen" im Umlauf. "Das ist schon besonders." Diese Mutmaßungen brächten "unheimlich Unruhe." Sie könnten Ermittlungen erschweren und sogar zerstören.

"Keine Ermittlungslage"

Medienberichte, wonach sich die Ermittler sicher gewesen sein sollen, den Täter gefasst zu haben, seien nicht zutreffend gewesen. "Es gab zu keinem Zeitpunkt eine Ermittlungslage, dass wir uns mit der Täterschaft sicher sind", sagte Thöne am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur.

Lübcke war in der Nacht zum vergangenen Sonntag (2. Juni) gegen 0.30 Uhr auf der Terrasse seines Wohnhauses in Wolfhagen-Istha bei Kassel mit einer Schussverletzung am Kopf entdeckt worden. Der Schuss war den Ermittlungen zufolge aus nächster Nähe abgegeben worden.