Vor kurzem noch Bibbern bei Minusgraden, jetzt Frühlingsgefühle mitten im Winter: Milde Temperaturen haben viele Menschen in Deutschland am Samstag hinaus ins Freie gezogen. So picknickten etwa Berlinerinnen und Berliner bereits am Vormittag im Mauerpark im Stadtteil Prenzlauer Berg in der Sonne.

 

Vielerorts lassen sich die ersten Frühlingsblüher sehen. Einen "Ansturm" auf Ausflugsgebiete stellte die Polizei etwa in Bayern bis Samstagmittag aber noch nicht fest: So meldete Oberbayern keine Kolonnen von Ausflüglern in die Naherholungsgebiete im Voralpenland. Auf dem Staffelsee am Alpenrand nutzten zwei Männer den schönen Tag, um mit Kajak und Kanu das verbliebene Eis auf dem See zu durchbrechen.

Sonne tanken in Berlin

In Berlin entdeckten Spaziergänger eine ihrer Lieblingsbeschäftigungen wieder: Selfies vor dem Brandenburger Tor. Auch die Museumsinsel und der Lustgarten vor dem Berliner Dom füllten sich. Die Berliner Polizei kündigte unterdessen für Sonntag Schwerpunktkontrollen in Parks an, um die Beachtung der Corona-Regeln trotz der Frühlingsstimmung sicherzustellen.

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) hatte schon am Freitag vor einer Zunahme von Verstößen gewarnt. Das schöne Wetter könne dazu verleiten, leichtsinnig zu werden, sagte der Vorsitzende Rainer Wendt der Deutschen Presse-Agentur. "Sonnenstrahlen sind kein Corona-Impfstoff - das vergessen manche." Wendt appellierte an die Bürger, sich auch bei frühlingshaften Temperaturen an Abstandsregeln und Kontaktbeschränkungen zu halten.

Ohne größeres Corona-Risiko, dafür mit offenem Verdeck waren am Samstag im Schwarzwald bereits Cabriofahrer unterwegs. In Freiburg fuhren viele Mountainbiker, Spaziergänger strömten zu den Triberger Wasserfällen.

Fast wie im Sommer

Nach Frost und Schnee noch am vergangenen Wochenende fühlt es sich also mancherorts an diesem Wochenende fast an wie im Sommer. Am Sonntag sind an den Nordrändern der westlichen Mittelgebirge knapp 20 Grad möglich, wie Felix Dietzsch von der Wettervorhersagezentrale des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Samstag sagte. Den Höhepunkt der Wärmephase erwartet der Meteorologe am Montag oder Dienstag. Dann könnte die 20-Grad-Marke häufiger durchbrochen werden.

Nicht ganz so warm wird es zunächst in der Osthälfte des Landes. Am Sonntag sind laut DWD meist nur 14 oder 15 Grad zu erwarten. "Erst zur Wochenmitte hin klettert auch hier das Thermometer in Richtung 20 Grad", sagte Dietzsch. Grundsätzlich kühler bleibt es entlang der Nord- und Ostseeküste. Hier steigen die Höchsttemperaturen im Laufe der kommenden Woche nur knapp über die Marke von 10 Grad.

"Erst zum Ende der nächsten Woche gibt es wieder Signale für Niederschlag, bis dahin bleibt es, abgesehen von ein paar Tropfen im äußersten Norden, landesweit trocken", sagte der Meteorologe.

Ein kleinerer Wermutstropfen könnte sich aber beimischen: Mit der warmen Luft werde möglicherweise aus dem Süden auch wieder Saharastaub nach Deutschland geweht, hieß es vom DWD. Weil die Luft recht trocken sei, werde das indes wohl nicht sehr auffallen. Der Himmel könne teils etwas diesig wirken.