- Bildquelle: Joe Giddens/PA Wire/dpa © Joe Giddens/PA Wire/dpa

Frankreich und Großbritannien haben am Wochenende an das Ende des Ersten Weltkriegs vor 99 Jahren erinnert und der Toten des Krieges gedacht. Am 11. November 1918 war im französischen Compiègne der Waffenstillstand zum Kriegsende geschlossen worden. Insgesamt starben zwischen dem Kriegsausbruch im Sommer 1914 und der deutschen Kapitulation 1918 etwa zehn Millionen Soldaten.

Großbritannien

Die britische Königsfamilie gedachte in einer feierlichen Zeremonie am Sonntag der Kriegstoten Großbritanniens. Thronfolger Prinz Charles legte am Sonntag am Denkmal für die gefallenen Soldaten in London zwei Kränze nieder, einen eigenen und einen im Namen seiner Mutter Königin Elizabeth II. Die 91-jährige Queen hatte diese Aufgabe zum ersten Mal ihrem Sohn übertragen und sah selbst nur von einem nahen Balkon zu. Beobachter sprachen von einem Signal für die Thronfolge.

Die Monarchin und ihr Ehemann Prinz Philip (96) verfolgten die Zeremonie schwarz gekleidet und mit roten Mohnblüten am Revers. Mohnblüten werden in Großbritannien traditionell zum Gedenken an gefallene Soldaten getragen. Prinz William und sein Bruder Harry, Kirchenoberhäupter, hochrangige Militärs und Veteranen nahmen an der Feierstunde teil. Premierministerin Theresa May und Oppositionsführer Jeremy Corbyn legten Kränze aus roten Mohnblumen nieder.

Bereits am Samstag hatten in ganz Großbritannien mehrere Tausend Menschen mit zwei Schweigeminuten der britischen Toten gedacht. Elf Glockenschläge des Big Ben läuteten um 11.00 Uhr die Schweigeminuten ein. Das Geläut des Parlamentsglockenturms war eigens zu diesem Anlass reaktiviert worden. Weil der Turm derzeit restauriert wird, schweigen seine Glocken eigentlich bis 2021.

Frankreich

In Paris legte der französische Präsident Emmanuel Macron am Samstag einen Kranz am Triumphbogen nieder, wo eine ewige Flamme am Grab des Unbekannten Soldaten brennt. Der Zeremonie wohnten auch die ehemaligen Präsidenten François Hollande und Nicolas Sarkozy bei.

Als Teil des Militärbündnisses mit Großbritannien und Russland hatte das Land im Krieg gegen das Deutsche Reich und seine Verbündeten große Verluste erlitten. Mehr als 1,3 Millionen französische Soldaten galten nach dem Krieg als gefallen oder vermisst.

Am Freitag hatte Macron gemeinsam mit seinem deutschen Amtskollegen Frank-Walter Steinmeier im Elsass das erste gemeinsame deutsch-französische Museum zum Ersten Weltkrieg eingeweiht.