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Der Alternative Nobelpreis geht in diesem Jahr unter anderen an die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg. Mit ihr werden die Menschenrechtskämpferin Aminatu Haidar aus der Westsahara, die chinesische Frauenrechtlerin Guo Jianmei sowie der brasilianische Ureinwohner Davi Kopenawa und seine indigene Vereinigung Hutukara Yanomami geehrt. Das teilte die Right Livelihood Stiftung am Mittwoch in Stockholm mit.

"Mit den 40. Right Livelihood Awards ehren wir vier praktische Visionäre, deren Einsatz es Millionen von Menschen ermöglicht, ihre grundlegenden Rechte zu verteidigen und für eine lebenswerte Zukunft auf diesem Planeten zu kämpfen", erklärte Stiftungsdirektor Ole von Uexküll. Die Motive für die Auszeichnung reichen vom Kampf für das Klima und die Artenvielfalt bis zum Einsatz für Gerechtigkeit und die Rechte von Frauen.

Den Ungehörten Gehör verschaffen

Aminatu Haidar ist die erste Trägerin des Preises aus der Westsahara überhaupt. Sie kämpft seit Jahrzehnten für Gerechtigkeit und Selbstbestimmung der Bevölkerung in der Region und eine Unabhängigkeit ihrer Heimat. Dabei lasse sie sich auch nicht von Folter und Gefangenschaft von ihrem unerschütterlichen Weg abbringen, erklärte die Stiftung. Ebenso beharrlich setze sich die Juristin Guo Jianmei in China für die Stärkung der Frauenrechte ein. Sie habe bereits Tausenden benachteiligten Frauen den Zugang zur Justiz ermöglicht.

Davi Kopenawa und seine Vereinigung Hutukara Yanomami werden für ihren mutigen und entschlossenen Einsatz für Wald und Artenvielfalt im Amazonas sowie die dort lebenden Ureinwohner ausgezeichnet. Thunberg schließlich - angesichts ihrer Vorbildrolle bei den Klimaprotesten in aller Welt die bekannteste unter den Preisträgern - habe "der politischen Forderung nach dringenden Klimaschutzmaßnahmen weltweit Gehör verschafft".

In kritischer Distanz zum "echten" Nobelpreis

Der Right Livelihood Award, der gewöhnlich als Alternativer Nobelpreis bezeichnet wird, wird seit 1980 und damit in diesem Jahr zum 40. Mal verliehen. Der spendenfinanzierte Preis ehrt alljährlich Kämpfer für Menschenrechte, Umweltschutz und Frieden und steht in kritischer Distanz zu den traditionellen Nobelpreisen, deren Preisträger ab dem 7. Oktober in Stockholm und Oslo bekanntgegeben werden.

Das mit der Auszeichnung verbundene Preisgeld in Höhe von jeweils einer Million schwedischen Kronen (93.500 Euro) ist für die Arbeit der Geehrten bestimmt. Darüber hinaus wird den Preisträgern von der Stiftung langfristige Unterstützung für ihr Vorhaben und Hilfe in lebensbedrohlichen Situationen zugesichert.

Insgesamt hatte sich die internationale Vergabejury 142 Nominierungen aus 59 Ländern angeschaut. Die Auszeichnungen werden am 4. Dezember auf einer feierlichen Zeremonie in Stockholm vergeben. Kopenawa wird den Preis dann bereits zum zweiten Mal in Empfang nehmen - im Jahr 1989 hatte er den Award schon einmal im Auftrag der Menschenrechtsorganisation Survival International entgegengenommen. Bei der Feier soll unter anderem Whistleblower Edward Snowden aus Moskau zugeschaltet werden. Er war 2014 mit dem Right Livelihood Award ausgezeichnet worden.