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Um die Trauerfeier für die Erdbebenopfer ist in Italien ein Streit entbrannt. Eine ursprünglich im Ort Amatrice geplante Zeremonie wurde am Montag in die Provinzhauptstadt Rieti verlegt. Nach dem Protest der Angehörigen wurde die Veranstaltung dann aber wieder nach Amatrice zurückverlegt. "Die Bestattung der Opfer wird in Amatrice stattfinden, wie es der Bürgermeister und die Gemeinde gefordert haben. Und das ist richtig so", twitterte Ministerpräsident Matteo Renzi. Das Erdbeben hatte die kleine Stadt verwüstet. Mehr als 230 der mindestens 292 Todesopfer kommen aus dem Ort.

Der Bürgermeister der Stadt sagte, die Feier werde am Dienstagabend im Beisein von Renzi stattfinden. Auch Staatspräsident Sergio Mattarella wird erwartet. Der genaue Ort war noch unklar, weil die Kirche der Stadt auch zerstört ist. In Frage kommt eine Veranstaltung unter freiem Himmel. Knapp 80 Leichen wurden der Nachrichtenagentur Ansa zufolge nun wieder von Rieti nach Amatrice zurücktransportiert. Die Präfektur von Rieti hatte die Feier verschoben, weil die Zufahrt nach Amatrice schwierig ist und die Wetteraussichten schlecht.

Protestierende in Amatrice

Am Samstag hatte es bereits ein Staatsbegräbnis mit Präsident Mattarella und Premierminister Renzi in Ascoli Piceno in den Marken gegeben. "Nach Rieti gehen wir nicht, gebt uns unsere Toten zurück", zitierte die Nachrichtenagentur Ansa einen Protestierenden in Amatrice. "Heute ist ein hässlicher Tag", zitierten Medien den Bürgermeister der Stadt, Sergio Pirozzi. "Stellt Euch den Schmerz derer vor, die ihre Lieben verloren haben." 

Nach dem Erdbeben versprach die Regierung einen transparenten Wiederaufbau. "Jeder Cent für die Hilfe wird überprüft", erklärte Renzi in seinem Newsletter. Der Wiederaufbau müsse "so klug und schnell wie möglich" geschehen. Allerdings dürfe nichts überstürzt werden. Einrichtungen wie die Anti-Korruptions-Behörde seien eingeschaltet, um Misswirtschaft zu verhindern. Die Staatsanwaltschaft ermittelt bereits, weil möglicherweise beim Bauen gepfuscht wurde.

Der Regierungschef holte sich zum Wiederaufbau auch Rat bei dem italienischen Stararchitekten Renzo Piano. "Renzi wollte von mir einen Rat, eine Vision, eine Hilfe für ein großes Projekt", sagte der 78-jährige Architekt der Zeitung "La Repubblica". Der Aufbau werde mindestens zwei Generationen dauern. Die Häuser der erdbebengefährdeten Apennin-Bergregion, die sich von Nord- bis Süditalien erstreckt, müssten modernisiert werden, damit sie künftig Erdstößen Stand hielten.