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Nach einem Zwischenfall auf dem Flughafen Hannover ist der Flugverkehr des Airports eingestellt worden. Ein Mann war am Samstagnachmittag mit einem Auto auf das Vorfeld gelangt, wie ein Sprecher der Bundespolizei sagte. Den Ermittlern zufolge gab es am Abend keine Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund. Die Beamten gingen von einem Einzeltäter aus. Der Fahrer habe laut Drogentest unter dem Einfluss von Kokain und Amphetaminen gestanden. Das Motiv sei völlig unklar. Verletzte habe es nicht gegeben.

Der Mann hat nach ersten Erkenntnissen ein Tor zum Vorfeld durchbrochen. "Wie wird noch zu klären sein", sagte der Sprecher weiter. Dort hat der Mann demnach versucht, einem landenden Flugzeug der griechischen Airline Aegean zu folgen. Er sei dann von Streifenwagen aufgehalten und in Gewahrsam genommen worden. Der Aegean-Jet blieb unbeschädigt.

"So einen Vorfall hat es in der gesamten Geschichte des Flughafens noch nicht gegeben"

Der Flughafen stellte nach dem Zwischenfall zunächst den Flugbetrieb völlig ein. Betroffen waren davon mindestens 13 Starts und 21 Landungen, die sich verzögerten oder deren Jets umgeleitet wurden. Wann der Flugbetrieb wieder aufgenommen werden sollte, war zunächst noch unklar. Der Check-in lief am Abend aber wieder an. "So einen Vorfall hat es in der gesamten Geschichte des Flughafens noch nicht gegeben", sagte der Geschäftsführer Airports, Raoul Hille.

Ein Bombenentschärfungsdienst untersuchte das Auto. Das sei eine Routinemaßnahme, ein Teil des Terminals A wurde aber dennoch aus Sicherheitsgründen zeitweise gesperrt, weil es eine Glasfront habe, die in Richtung des stehenden Autos zeige. Der Rest des Terminals und die anderen beiden Terminals blieben weiterhin geöffnet.

Der festgenommene Autofahrer sei Mitte 20. Genauere Angaben konnte der Sprecher nicht machen, weil der Autofahrer keinen Ausweis dabei hatte. Auch über die Staatsangehörigkeit des Mannes konnte die Bundespolizei daher keine Angaben machen. Das Auto hatte ein polnisches Kennzeichen. Es sei aber auch möglich, dass der Mann kein Pole sei.

Der Flughafen Hannover-Langenhagen ist ein wichtiges internationales Drehkreuz. Er bietet sowohl innerdeutsche als auch internationale Flugverbindungen an. Die in Hannover beheimatete Fluggesellschaft Tuifly fliegt von hier sehr viele Ziele an. Drei nahe beieinander liegende Terminals - A, B und C - gibt es. Im vergangenen Jahr hatte der Flughafen 5,87 Millionen Fluggäste, im Jahr davor waren es 5,4 Millionen. Das Flughafengelände umfasst 1000 Hektar Fläche.