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Bei einem Angriff mit Schusswaffen auf eine russische Schule sind mehrere Menschen getötet worden. Zwei russische Staatsagenturen berichteten am Dienstag übereinstimmend von elf Todesopfern in der Großstadt Kasan in der Republik Tatarstan - darunter die meisten Kinder. Die Pressestelle des Republikchefs Rustam Minnichanow bestätigte zunächst 8 Getötete und 20 Verletzte. Minnichanow sprach von einer «großen Tragödie». Ein 19 Jahre alter Verdächtiger soll festgenommen worden sein. Zunächst war unklar, ob es sich um einen Einzeltäter handelte.

Zeugen berichteten auch von einer Explosion. Auf Amateurvideos war zu sehen, wie Rauch aus einem mehrstöckigen weißen Gebäude stieg. Es waren Schreie zu hören. Zahlreiche Schüler wurden aus dem Gebäude in einen benachbarten Kindergarten gebracht. Ein lokaler Fernsehsender berichtete, dass Kinder aus den Fenstern des dritten Stocks gesprungen seien. In Russland hatten die Schulen erst am Dienstag nach mehr als einwöchigen Ferien begonnen.

Täter soll Tat auf Telegram angekündigt haben

Der festgenommene 19-Jährige soll Medienberichten zufolge vor etwa vier Jahren seinen Schulabschluss gemacht haben. Kurz vor der Tat soll er das Verbrechen im Nachrichtenkanal Telegram angekündigt haben. Er soll zunächst mit einem Maschinengewehr die Schule durch einen Haupteingang betreten und sofort um sich geschossen haben. Es gab auch Berichte über einen möglichen zweiten Angreifer, die zunächst aber nicht bestätigt wurden.

Nach früheren Angriffen auf Schulen haben viele Bildungseinrichtungen in dem Riesenreich Wachpersonal an Eingängen. Ob das auch bei der Schule Nummer 175 in Kasan der Fall war, war zunächst unklar.

In Russland gab es in der Vergangenheit immer wieder Festnahmen, weil Jugendliche angeblich Angriffe auf Schulen geplant hatten.

Einen der schlimmsten Überfälle auf eine Schule gab es 2004 in Nordossetien. Damals brachten tschetschenische Rebellen mehr als 1000 Lehrer, Schüler und Eltern in ihre Gewalt, die sich dort zum Beginn des neuen Schuljahres versammelt hatten. Zwei Tage später stürmten russische Spezialeinheiten die Halle. Dabei kamen mehr als 300 Menschen um, mehr als die Hälfte waren Kinder.

Die bisher letzte große Tragödie gab es im Oktober 2018, als in der Stadt Kertsch auf der von Russland einverleibten Halbinsel Krim ein 18-Jähriger an einer Berufsschule um sich geschossen und einen Sprengsatz gezündet hatte. Er und 20 weitere Menschen starben.