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Der einstige Football-Superstar O.J. Simpson ist am Sonntag aus der Haft entlassen worden, nachdem er neun Jahre einer 33-jährigen Haftstrafe wegen Raubes abgesessen hat. Die Freilassung erfolgte zum frühestmöglichen Zeitpunkt einer Begnadigung. Sie war im Juni von der zuständigen Staatskommmission mit Auflagen wegen guter Führung beschlossen worden.

Der 70-Jährige verließ das Gefängnis im nördliche Nevada wenige Minuten nach Mitternacht Ortszeit. Der Zeitpunkt was so gewählt worden, um ein Medienspektakel zu vermeiden, wie Gefängnissprecherin Brooke Keast sagte. Sie kenne den Mann nicht, der Simpson mit einem Auto abgeholt habe und wisse auch nicht, wohin die beiden gefahren seien, fügte sie hinzu.

Kein Medienspektakel

«Wir mussten die öffentliche Ordnung sicherstellen und jeden denkbaren Zwischenfall vermeiden», erklärte Keast, telefonisch erreicht im Lovelock Correctional Center. Sie habe gesehen, wie Simpson dort die für die Freilassung erforderlichen Dokumente unterzeichnet habe.

Die Vorkehrungen sind der großen Bekanntheit Simpsons und seiner komplexen Biografie geschuldet. Er hat bis heute ob seiner sportlichen Karriere Legendenstatus im American Football, wurde Film- und Fernsehstar. Doch 1994 geriet er in Verdacht, seine Exfrau und deren Freund ermordet zu haben - 1995 endete der «Prozess des Jahrhunderts» mit einem Freispruch. Der Prozess wurde damals live im Fernsehen übertragen, entscheidend war ein blutiger Handschuh, den der Täter getragen haben sollte und der Simpson nicht passte, als er ihn anziehen sollte. Der Prozess löste eine hitzige Debatte über Rassismus, Polizei und den Umgang der Justiz mit berühmten Leuten aus.

In einem Zivilprozess zu dem Doppelmord wurde er gleichwohl zwei Jahre später verurteilt, 33,5 Millionen Dollar an die Hinterbliebenen zu zahlen. Ins Gefängnis musste er wegen eines bewaffnete Raubüberfalls am 16. September 2007 in einem Casino in Las Vegas.

Sein neues Leben in Freiheit

Simpsons Anwalt hat erklärt, der 70-Jährige wolle sich in Freiheit mit seiner Familie treffen und der angenehmen Dinge des Lebens erfreuen - etwa ein gutes Essen und ein neues iPhone.