- Bildquelle: dpa © dpa

Eine Grillparty, feiernde Jugendliche oder ein Flashmob: In Deutschland ist es am Wochenende bei sommerlichen Temperaturen zu einigen Verstößen gegen die Corona-Bestimmungen gekommen. Teilweise wurden Polizisten bei Einsätzen angegriffen. So etwa in München, wo Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) mit Unverständnis auf Randale im Englischen Garten reagierte.

Dabei kam es zu Zusammenstößen zwischen jungen Leuten und der Polizei, 19 Beamte wurden zum Teil durch Flaschenwürfe verletzt. Aus dem Partyvolk im Englischen Garten seien etwa 50 Flaschen in Richtung der Polizisten geworfen und so 19 Beamte verletzt worden, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Ausgangspunkt des Polizeieinsatzes sei eine Schlägerei gewesen. Die Polizei setzte nach eigenen Angaben Pfefferspray und Schlagstöcke ein. Es wurden sechs Personen festgenommen.

Herrmann fassungslos

"Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass es die Menschen bei dem schönen Wetter und den warmen Temperaturen nach draußen zieht", sagte Herrmann am Sonntag. "Nicht nachvollziehen kann ich jedoch das Verhalten von Personen, die sich an keinerlei Regelungen halten, so wie dies gestern im Englischen Garten geschehen ist." Die Ausschreitungen im Englischen Garten und die Gewaltbereitschaft gegen Polizeibeamte machten ihn fassungslos.

Auch andernorts riefen Partys die Polizei auf den Plan. Nahe Ulm in Baden-Württemberg eskalierte ein weiterer Einsatz: Etwa 20 Jugendliche hätten sich am Samstagabend in Ehingen getroffen und Alkohol getrunken, teilte die Polizei am Sonntag mit. Die Beamten kontrollierten die Gruppe, doch drei Mädchen wehrten sich den Angaben zufolge dagegen, führten keine Ausweise mit und wollten auch ihre Personalien nicht angeben. Die betrunkenen jungen Frauen wurden anschließend ihren Eltern übergeben und müssen nun mit Anzeigen rechnen.

Auch im saarländischen Tholey lösten Beamte am Wochenende eine Party auf: 14 Personen hätten dort am Samstagabend in einem Pavillon gefeiert, teilte die Polizei mit. Die Feiernden erwarten nun Anzeigen wegen des Verstoßes gegen die Corona-Verordnung.

 

Die Polizei München berichtete von mehreren aufgelösten Partys und größeren Personengruppen, die die Abstände nicht immer einhielten. So mussten etwa 300 Menschen den Viktualienmarkt, etwa 200 Menschen den Gärtnerplatz und 100 Menschen die Akademiestraße verlassen, nachdem die Polizei mit Lautsprecherdurchsagen dazu aufgefordert hatte. Der Gärtnerplatz, ein beliebter Treffpunkt in der Stadt, wurde am Samstagnachmittag abgesperrt.

In vielen anderen Teilen Bayerns löste die Polizei weitere private Treffen und Feiern auf. So wurden alleine im Landkreis Freising in der Nacht von Samstag zu Sonntag mehr als 30 Verstöße gegen die Infektionsschutzverordnung festgestellt. Darunter eine Grillparty, die Feier einer Taufe und eine Gruppe feiernder Jugendlicher.

33 Autos, 51 Insassen

Im niedersächsischen Oldenburg war ein Treffen von rund 50 Autofahrern Auslöser für einen größeren Polizeieinsatz. Wie die Polizei mitteilte, war den Beamten eine Zusammenkunft einer größeren Gruppe auf einem öffentlichen Parkplatz unterhalb der Autobahn 28 gemeldet worden. Dort angekommen, fanden die Einsatzkräfte insgesamt 33 Autos und ihre 51 Insassen vor, die sich nicht an die geltenden Regelungen nach dem Infektionsschutzgesetz hielten. Die Beamten sprachen Platzverweise aus und leiteten 51 Ordnungswidrigkeitsverfahren ein.

In Sankt Augustin in Nordrhein-Westfalen löste das Ordnungsamt mit Unterstützung der Polizei eine Versammlung von mehr als 50 Menschen auf. Sie hätten sich trotz Ausgangssperre am späten Samstagabend auf der Straße vor einem Kulturverein getroffen, wie die Polizei am Sonntag mitteilte.

Im oberbayerischen Murnau am Staffelsee kam es am Samstag nach Angaben der Polizei zu einem "Flashmob" mit 300 Leuten. Gegen Mittag fanden sich in der Fußgängerzone 200 Menschen zusammen und tanzten und sangen dicht an dicht vor etwa 100 Zuschauern. Die Menge löste sich nach einem Aufruf der Polizei relativ schnell auf, so die Polizei.