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Nach einem der schwersten Anschläge in der afghanischen Hauptstadt Kabul seit Jahren ist die Zahl der Todesopfer weiter gestiegen: Mindestens 80 Menschen seien am Mittwoch getötet und weitere 350 verletzt worden, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Mittwoch sagte. Viele Verletzte seien in kritischer Verfassung.

Die Autobombe, die vermutlich in einem Wassertankwagen versteckt war, war am Morgen gegen 8.30 Uhr (Ortszeit) etwa 300 Meter von der deutschen Botschaft entfernt explodiert.

Auch Bedienstete der deutschen Botschaft verletzt

Ein afghanischer Sicherheitsmitarbeiter, der das Gelände beschützte, wurde getötet, wie Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) in Berlin mitteilte. Gabriel berichtete, der Anschlag sei in "unmittelbarer Nähe" der deutschen Botschaft verübt worden. Am Vormittag seien alle Mitarbeiter in Sicherheit gebracht worden.

Fotos zeigten, dass das Gebäude massiv beschädigt wurde. Unter anderem wurden Dutzende Fenster herausgesprengt. Gabriel verurteilte die Bluttat aufs Schärfste. "Unsere Gedanken sind bei den Familien und Freunden der Opfer." Zugleich betonte er: "Solche Anschläge ändern nichts an unserer Entschlossenheit, die afghanische Regierung bei der Stabilisierung des Landes weiter zu unterstützen."

Taliban hinter Anschlag vermutet

In dem schwer gesicherten Viertel haben auch viele andere Botschaften ihre Büros. In der Nähe liegen auch das Nato-Hauptquartier, der Präsidentenpalast und afghanische Ministerien. Tausende Zivilisten waren zur Zeit der Explosion auf dem Weg zur Arbeit.

Bislang hat sich keine Gruppe zu der Tat bekannt. Es ist der achte schwere Anschlag in Kabul seit Jahresbeginn. Hunderte Menschen sind bei diesen Anschlägen der radikalislamischen Taliban und der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) getötet oder verletzt worden.