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Ein Erdbeben der Stärke 6,8 hat den Nordwesten Japans erschüttert. Die Regierung in Tokio gab am Dienstag eine Tsunami-Warnung heraus. Die Meteorologiebehörde rechnete an der Küste der Präfekturen Ishikawa, Niigata und Yamagata mit Tsunami-Wellen von einem Meter Höhe. Das Zentrum des Bebens lag demnach vor Yamagata in einer Tiefe von 10 Kilometern im Meer. Laut dem Geoforschungszentrum in Potsdam betrug die Stärke des Erdbebens 6,4, das Zentrum lag demnach in 20 Kilometern Tiefe.

Tausende Haushalte hatten vorerst keinen Strom, wie der Energieversorger Tohoku Electric Power mitteilte. Der Zugverkehr in der Region wurde unterbrochen. Berichte über etwaige Opfer oder Schäden gab es zunächst nicht. Die zentralen Behörden sammelten noch Informationen aus der Region, sagte der japanische Regierungssprecher Yoshihide Suga bei einer Pressekonferenz.

Ruhe in den Reaktoren

Nach Angaben der Atomaufsichtsbehörde gab es keine Unregelmäßigkeiten an dem nahe gelegenen Atomkraftwerk Kashiwazaki-Kariwa. Die sieben Reaktoren des Kraftwerks liegen seit dem Gau im Atomkraftwerk Fukushima im Jahr 2011 still. Damals hatten ein Erdbeben der Stärke 9,0 und ein gewaltiger Taifun den Nordosten des Landes verwüstet, rund 18 500 Menschen kamen in den Fluten ums Leben.

Japan gehört zu den am stärksten von Erdbeben gefährdeten Ländern weltweit. In seiner Nähe treffen vier tektonische Platten zusammen, die Pazifische, die Nordamerikanische, die Eurasische und die Philippinische Platte. Dies verursacht immer wieder Beben. Erst im September 2018 waren bei einem Erdbeben der Stärke 6,7 auf der nördlichen Insel Hokkaido mehr als 40 Menschen ums Leben gekommen.