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Auszüge aus neun dieser Schreiben hat jetzt die Emory-Universität in Atlanta veröffentlicht. Sie stammen aus der Zeit von 1982 bis 1984, als Obama vom Occidental College in Kalifornien, wo er McNear kennengelernt hatte, an die Columbia-Universität in New York übergesiedelt war. Die Uni machte keine konkreten Angaben darüber, woher sie die Schreiben bekam.

Nicht alle der in klarer, säuberlicher Handschrift verfassten Briefe sind romantisch - manche stammen aus der Zeit, als sich die Beziehung bereits abgekühlt hatte. Viele Passagen spiegeln die Suche des jungen Obama, Sohn einer weißen Mutter und eines schwarzen Vaters, nach Sinn, Identität, seinem Platz in der Welt wider.

Obama als poetischer Romantiker

So schrieb Obama etwa über einen Besuch in Indonesien, wo er als Kind gelebt hatte: «Ich kann die Sprache nicht mehr gut sprechen. Ich werde mit einem Mischung aus Verwirrung, Achtung und Verachtung behandelt, weil ich Amerikaner bin, mein Geld und mein Flugticket zurück in die USA übertrumpfen mein Schwarzsein. Ich sehe alte wenig beleuchtete Straßen, wacklige Häuser (...), meine alten Wege, Wege, zu denen ich kein Zugang mehr habe.»

Aber Obama konnte auch poetisch seine Zuneigung ausdrücken: «Ich gehe davon aus, du weißt, dass ich dich vermisse, dass meine Sorge für dich so ausgedehnt ist wie die Luft, mein Vertrauen in dich so tief wie das Meer, meine Liebe reich und umfangreich.»