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Bei der Explosion einer international wichtigen Gasverteilstation in Österreich ist ein Arbeiter ums Leben gekommen. Rund 20 Menschen wurden nach Angaben der Behörden verletzt. Das Unglück am Dienstag beeinträchtigte die Gasversorgung im Süden und Südosten Europas. In Italien sprach Wirtschaftsminister Carlo Calenda von einem «ernsthaften Problem». Die Menschen in Deutschland müssten sich keine Sorgen machen, berichtete ein Sprecher der Betreiberfirma Gas Connect. Die Leitung nach Westen sei bei der Explosion unversehrt geblieben, sagte er dem Radiosender Antenne Bayern.

Gasversorgung im Süden stark beeinträchtigt

Die Explosion brachte den russischen Gasexport nach Süd- und Südosteuropa empfindlich durcheinander. Die Gazprom-Tochter Gazprom Export teilte in Moskau mit, man arbeite daran, Umgehungsrouten zu finden, um Lieferengpässe zu vermeiden. Aus der Ukraine, dem Haupttransitland für russisches Gas, floss nach slowakischen Angaben am Dienstag ein Drittel weniger Erdgas Richtung Westen als noch am Montag.

Bei der Gasstation handelt es sich um ein Drehkreuz, an dem jährlich etwa 40 Milliarden Kubikmeter Gas verteilt werden. Gas Connect ist eine Tochterfirma des österreichischen Energiekonzerns OMV.

Gewaltige Explosion erschüttert Baumgarten

Um 8.45 Uhr hatte ein gewaltige Explosion den Ort Baumgarten an der March in der Nähe der slowakisch-österreichischen Grenze erschüttert. Die Polizei sprach von einem technischen Fehler als Unglücksursache. Ein Experte von Gas Connect ging davon aus, dass es im Bereich der Filteranlagen zu einem Problem gekommen war. Nach der Explosion loderte ein großer Feuerball über dem Gelände. Die Rauchwolke war bis ins etwa 30 Kilometer entfernte Wien zu sehen.

Bei den Rettungskräften herrschte Großalarm. Den 240 eingesetzten Feuerwehrleuten gelang es binnen kurzer Zeit, das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Allerdings dauerte das Löschen der sechs Gebäude auf dem Gelände einige Stunden.

Toter war Arbeiter einer Fremdfirma

Zu dem Todesopfer wollten die Behörden zunächst keine genauen Angaben machen. Es handle sich um den Arbeiter einer Fremdfirma, der aus Österreich stamme, hieß es.

Um dem möglichen Andrang von Schaulustigen vorzubeugen, wurde der Unglücksort in einem Kilometer Umkreis abgesperrt. Passieren durften die Straßensperren nur Anwohner und Journalisten. «Schaulustige können wir nicht brauchen», meinte ein Polizeisprecher.