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Mitten in Frankfurt ist am Sonntag eine im Main gefundene Weltkriegsbombe gesprengt worden. Nach einer lauten Detonation entstand eine meterhohe Wasserfontäne. Taucher prüften, ob der US-Blindgänger unschädlich gemacht worden war. "Es wurde bestätigt, dass die Bombe keine Gefahr mehr darstellt", sagte ein Sprecher der Polizei gegen Mittag.

Etwa 600 Menschen waren am Morgen von 8.00 Uhr an aufgefordert worden, aus Sicherheitsgründen ihre Wohnungen zu verlassen. Betroffen waren Teile der Altstadt mit dem Frankfurter Dom, aber auch das gegenüberliegende Mainufer.

Spürbare Detonation

Ursprünglich sollte lediglich der Zünder des Blindgängers abgesprengt werden. Wie der Polizeisprecher sagte, hatten die Fachleute aber einkalkuliert, dass womöglich auch die gesamte Bombe explodieren könnte. Beim Kurznachrichtendienst Twitter der Polizei meldeten sich nach der Sprengung etliche Frankfurter zu Wort und schilderten, wie die Detonation zu spüren war.

Zuvor waren Straßen- und Schifffahrtsverkehr sowie der öffentliche Nahverkehr teilweise gesperrt oder umgeleitet worden. Die Entschärfung im Herzen Frankfurts hatte weitreichende Auswirkungen auf das öffentliche Leben. So fielen am Sonntagmorgen beispielsweise die Gottesdienste im Kaiserdom der Stadt aus. Auch das Historische Museum sowie das Junge Museum blieben geschlossen.

Fund beim Übungstauchen

Um die Sprengung vorzubereiten, wurde eine spezielle Tauchergruppe des Kampfmittelräumdienstes Rheinland-Pfalz um Hilfe gebeten. Die Entscheidung zur Sprengung war am Sonntagmorgen gefallen. Danach bewegten die Taucher den Sprengkörper weit in die Fahrrinne des Mains - also in eine Tiefe von 5,50 bis 6,00 Metern. Danach wurden die Sprengladung an der 250 Kilogramm schweren amerikanischen Fliegerbomben angebracht und kleinere Sprengkörper unter Wasser gezündet, um Fische zu vertreiben. Schaulustige sahen die Sprengung von einer der benachbarten Brücken aus.

Die Bombe war am Dienstag bei einem Übungstauchen der Feuerwehr gefunden worden. Immer wieder wurden in den vergangenen Jahren und Monaten - meist bei Bauarbeiten - Blindgänger entdeckt. Im September 2017 wurde nach dem Fund einer tonnenschweren Bombe nahe dem Frankfurter Uni-Campus die bisher größte Evakuierung der Nachkriegszeit in Deutschland angeordnet - mehr als 60 000 Menschen waren betroffen.