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Die deutschen Fluggesellschaften führen wie angekündigt ab sofort die Zwei-Personen-Regel im Cockpit ein. Dies sei nach Abstimmungen mit dem Bundesverkehrsministerium und dem Luftfahrt-Bundesamt beschlossen worden, teilte der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) am Freitag mit. Die Airlines reagierten damit auf den Germanwings-Absturz in den französischen Alpen. Bereits am Donnerstagabend hatte der Verband diese Konsequenz aus der Flugzeugkatastrophe angekündigt. Als erster Schritt werde als neues Verfahren vorläufig eingeführt, dass immer zwei autorisierte Personen im Cockpit eines Flugzeuges sein müssen, erklärte der BDL.

Drei Tage zuvor hatte der Co-Pilot Andreas Lubitz seinen Piloten ausgesperrt und dann den voll besetzten Germanwings-Airbus mit 150 Menschen an Bord gegen eine Felswand gesteuert. Derartige Situationen sollen künftig vermieden werden, indem ein Flugbegleiter ins Cockpit gerufen wird, wenn einer der beiden Piloten es verlassen will.

Ein Zeitpunkt zur Umsetzung der Regel steht noch nicht fest

Einen genauen Zeitpunkt zur Umsetzung der freiwilligen Regel nannte Lufthansa nicht. Die Airlines würden das neue Verfahren so schnell wie möglich und in Abstimmung mit ihren Aufsichtsbehörden umsetzen.

Zusätzlich wurde auf Konzernebene erstmals ein Sicherheitspilot ernannt. Bislang hatte es nur bei den einzelnen Fluggesellschaften Sicherheitspiloten gegeben. Die neue Funktion übernimmt der Sicherheitspilot der Lufthansa, Werner Maas, zusätzlich.

Weltweit verschärfen Fluggesellschaften ihre Regeln

Weltweit verschärfen Fluggesellschaften nach der Germanwings-Katastrophe ihre Regeln für die Besetzung im Cockpit. Sie wollen keine Piloten mehr allein im Cockpit erlauben. Bei dem Unglück in den französischen Alpen soll nach Erkenntnissen der Ermittler der Pilot ausgesperrt gewesen sein und der Copilot das Flugzeug auf Crashkurs gesteuert haben. Unmittelbar danach setzte eine heftige Diskussion in Politik und Luftfahrtbranche über eine Änderung der Cockpit-Besetzung ein. Sicherheitsexperten warnen jedoch davor, von dem "Vier-Augen-Prinzip" zu viel zu erwarten.