- Bildquelle: Henry Vaughan/PA Wire/dpa © Henry Vaughan/PA Wire/dpa

Mehrere Menschen sind am Samstagnachmittag in London von einem Auto erfasst und verletzt worden. Der Vorfall im Londoner Stadtviertel Kensington hat nach Angaben der Polizei keinen terroristischen Hintergrund. Es handele sich um einen Verkehrsunfall, teilte die Polizei am Samstagabend über Twitter mit.

Ein Mann sei festgenommen worden, teilte die Metropolitan Police mit. Elf Menschen wurden ärztlich behandelt, neun von ihnen ins Krankenhaus gebracht, wie der Londoner Rettungsdienst mitteilte.

Die Betroffenen hätten vor allem Bein- und Kopfverletzungen erlitten, hieß es weiter. Lebensbedrohlich seien die Verletzungen nach ersten Erkenntnissen nicht. Der Fahrer war kurz nach dem Unfall festgenommen worden. Zahlreiche Menschen liefen laut Augenzeugen panisch weg. 

Sicherheitsmaßnahmen in der Umgebung

Die drei großen Museen in der Nähe trafen besondere Sicherheitsvorkehrungen. Berichten zufolge schlossen das Natural History Museum und das Science Museum vorerst ihre Zugänge. Das weltbekannte Victoria and Albert Museum war zwar zunächst weiter geöffnet. Die Eingänge zur Exhibition Road seien aber geschlossen, twitterte das Museum am Samstagnachmittag. Zuvor hatte die britische BBC berichtet, alle drei Museen seien evakuiert worden.

Der Vorfall hatte sich gegen 15.21 Uhr MESZ ereignet. Eine BBC-Reporterin schilderte, dass das Auto zuvor quer über die Straße gefahren sei. Sie habe das Natural History Museum verlassen, als es in der Nähe zu dem Vorfall gekommen sei. Es habe ausgesehen, als sei das Auto gegen große Steine am Straßenrand gefahren. Sie habe auch eine Gruppe von Menschen gesehen, die um ein oder zwei Personen auf dem Gehweg herum gestanden habe, berichtete die Journalistin.

Viele Polizisten seien vor Ort, darüber flögen Hubschrauber, und sie sehe einen Krankenwagen, in dem auf jeden Fall jemand behandelt werde. Nach Informationen der BBC sind die Betroffenen ersten Erkenntnissen zufolge nur leicht verletzt worden.

Der Sender zitierte auf seiner Website einen weiteren Augenzeugen: Connor Honeyman erzählte von einem schrecklichen, dröhnenden Geräusch. Viele Menschen hätten geschrien und seien weggerannt. Alle seien in das Museum gelaufen, und die Sicherheitsleute hätten den Haupteingang dann geschlossen. «Es war ein großes Durcheinander, bevor die Polizei kam.»

Die Ermittler waren zunächst damit befasst, Umstände und Hintergründe zu prüfen. Auch zu dem Festgenommenen machte die Polizei keine weiteren Angaben.

Immer wieder Großbritannien

Der Vorfall weckte bei vielen Menschen in London böse Erinnerungen: Großbritannien ist in diesem Jahr bereits fünf Mal Ziel eines Terroranschlags geworden. Mitte September explodierte in einer Londoner U-Bahn eine selbstgebaute Bombe. Rund 30 Menschen wurden verletzt. Ein Mann starb bei einem Angriff auf Moscheebesucher Ende Juni in der britischen Hauptstadt. Acht Menschen kamen Anfang Juni bei einem Angriff auf das Londoner Ausgehviertel Borough Market und die London-Bridge ums Leben.

Bei einem Bombenattentat auf die Besucher eines Konzerts in Manchester im Mai starben 22 Menschen. Im März war ein Attentäter auf der Londoner Westminster-Brücke mit einem Auto gezielt in Fußgänger gerast, bevor er einen Polizisten auf dem Gelände des Parlaments niederstach. Fünf Menschen starben.