Auf einem S-Bahnhof in Hamburg hat es am Sonntagabend eine Explosion gegeben - vermutlich sind ein oder mehrere Feuerwerkskörper in die Luft gegangen. Sie waren in einer Tüte am Bahnsteig der Station Veddel abgestellt, wie ein Polizeisprecher sagte. Er sprach von einer «kleinen Detonation». Verletzt wurde niemand. Es gab zunächst keinen Hinweis auf einen terroristischen Hintergrund. Die Polizei blieb auch am späten Abend bei dieser Einschätzung.

Scheiben splitterten

Zunächst hatte die «Bild»-Zeitung über die Explosion berichtet. Eine von mehreren Scheiben, die Wartende vor Wind und Wetter schützen sollen, wurde laut Polizei bei der Detonation beschädigt. Auf Bildern war zu sehen, dass Glassplitter auf dem Bahnsteig lagen. Sprengstoffexperten seien für weitere Untersuchungen vor Ort, berichtete der Sprecher. Ob es sich um einen oder mehrere Feuerwerkskörper handelte, war am Abend unklar.

Nach Angaben des Sprechers wurden auf dem Bahnsteig Schrauben gefunden. Die Ermittler wollten am Abend prüfen, ob sie überhaupt mit dem Vorfall im Zusammenhang standen, sagte er.

Laut Polizei gab es Hinweise auf einen Täter. Die Suche nach dem Verdächtigen laufe. Nach «Bild»-Angaben soll ein Mann gegen 17.35 Uhr aus einer S-Bahn gestiegen sein und die Plastiktüte abgestellt haben. Ob sich zu dem Zeitpunkt Fahrgäste auf dem Bahnsteig aufgehalten haben und wenn ja, wie viele, war zunächst unklar.

Bahnhof zeitweilig komplett gesperrt

Die Polizei sperrte den Bahnhof weiträumig ab. Wie die S-Bahn über den Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte, stoppten Züge der Linie 3 zunächst nicht an der Station. Die Strecke konnten sie aber weiter befahren. Fahrgäste sollten auf Busse umsteigen. Am späten Abend wurde der Bahnhof wieder freigegeben.

Der Stadtteil Veddel und die gleichnamige S-Bahn-Station liegen direkt südlich der Hamburger Elbbrücken, den östlichen Einfahrtsrouten in die Stadt. Die Veddel galt früher wegen ihrer Anbindung an das Hafengebiet als traditioneller Arbeiterstadtteil, heute ist sie eher multikulturell, aber noch industriell geprägt. Hier leben rund 4 700 Menschen. Rund 70 Prozent der Einwohner haben nach Angaben des Statistikamtes Nord einen Migrationshintergrund.