- Bildquelle: (c) Copyright 2019, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten © (c) Copyright 2019, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Zur Absicherung wichtiger Angebote für Patienten vor Ort bekommen Krankenhäuser in ländlichen Regionen künftig extra Geld. Vorgesehen sind im nächsten Jahr Finanzspritzen für 120 Kliniken von jeweils 400.000 Euro und damit insgesamt 48 Millionen Euro, wie der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) und die Deutsche Krankenhausgesellschaft am Montag mitteilten. Die Zuschläge sollen an Häuser gehen, die für Notfallversorgung oder Geburtshilfe in einer Gegend wichtig sind - und wenn Menschen im Umkreis bei einer Schließung zu weite Wege etwa bei Unfällen oder Geburten drohten.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte, ein Krankenhaus vor Ort sei für viele Bürger ein Stück Heimat. Gerade in gesundheitlichen Notlagen brauche es eine schnell erreichbare Versorgung. Hintergrund ist, dass manche Kliniken in dünn besiedelten Gebieten zu wenige Patienten haben, um die laufenden Kosten zu decken. Denn der Betrieb wird über Pauschalen für jeden Patienten finanziert.

Erstversorgung in der Nähe

"Bedarfsnotwendige" Kliniken auf dem Land sollen daher ab kommendem Jahr einen Zuschlag erhalten - welche Häuser das sind, wird jährlich neu festgelegt. Auf die aktuelle Liste haben sich die Krankenkassen und die Krankenhausgesellschaft nun verständigt. Zuerst berichtete die "Bild"-Zeitung (Montag) darüber.

GKV-Vorstandsmitglied Stefanie Stoff-Ahnis sprach von einer guten Entscheidung, damit die Menschen auch künftig gerade bei Notfällen ein Krankenhaus für die Erstversorgung in der Nähe hätten. In Frage für den Zuschlag kommen Kliniken mit Fachabteilungen für Innere Medizin und Chirurgie sowie für Geburtshilfe. Zu den Kriterien gehört auch eine Bevölkerungsdichte von weniger als 100 Einwohnern pro Quadratkilometer. Berechnet wird zudem, für wie viele zusätzliche Patienten eine Schließung Pkw-Fahrtzeiten von mehr als 30 Minuten bedeuteten.

"Das Geld ist schnell weg"

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz erklärte, die Finanzhilfe möge kurzfristig helfen. "Doch das Geld ist schnell weg", sagte Vorstand Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur. Es fehle weiterhin ein Zukunftskonzept für die insgesamt rund 2000 Krankenhäuser in Deutschland. Bisher gebe es aber nichts Neues vom Bund und den Ländern, obwohl dies für eine älter werdende Gesellschaft dringend notwendig sei.