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Die frühere Vorsitzende des Demokratischen Nationalkomitees hat im US-Wahlkampf im vergangenen Jahr erwogen, die Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton durch den damaligen Vizepräsidenten Joe Biden zu ersetzen. Dies enthüllt Donna Brazile laut der Zeitung «The Washington Post» in ihren Memoiren, die am Dienstag erscheinen. Das Blatt erhielt ein Exemplar im voraus.

Brazile schreibt demnach, sie habe überlegt, Clinton nach deren Zusammenbruch bei einer Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2001 in New York als Kandidatin absetzen zu lassen. Clinton räumte später ein, sie habe an einer Lungenentzündung gelitten. Brazile schreibt, ihr sei es vor allem darum gegangen, dass Clintons Wahlkampf «anämisch» gewirkt und den «Geruch des Versagens» angenommen habe.

Schließlich habe sie aber an Clinton gedacht und an all die anderen Frauen im Land, die über ihre Kandidatur so begeistert gewesen seien. Daraufhin habe sie beschlossen, dass sie ihnen das nicht antun könne, erklärt Brazile.