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In einem erstaunlich harten Angriff auf den Präsidenten seiner eigenen Partei hat der republikanische Senator Bob Corker Donald Trump vorgeworfen, die USA zu spalten. «Wenn seine Amtszeit vorüber ist, wird das Herabwürdigen unserer Nation, die ständigen Unwahrheiten, die Beschimpfungen ... denke ich das sein, was man von ihm erinnert und das ist bedauerlich», sagte Corker am Dienstag vor Journalisten auf dem Kapitol. «Sein Regierungsmodell sind Spalten, Einschüchterungsversuche und Unwahrheiten.»

Der Krieg der Worte nahm mit einer von Corker über den Sender NBC vorgebrachten Forderung ihren Lauf, das Weiße Haus solle den Kongress entscheiden lassen, wie die geplante Steuerreform finanziert werden solle. Ein unverkennbar wütender Trump twitterte daraufhin: «Bob Corker, der Präsident O (Barack Obama) geholfen hat, uns den schlechten Iran-Deal zu geben und der nicht zum Hundefänger in Tennessee gewählt werden könnte, kämpft jetzt gegen Steuersenkungen». Sein innerparteilicher Kritiker sei ahnungslos, habe keinen Schimmer und sei obendrein inkompetent.

#AlertTheDaycareStaff

Corker reagierte nun seinerseits auf Twitter und schrieb: «dieselben Unwahrheiten von einem völlig unaufrichtigen Präsidenten» - und fügte den Hashtag #AlertTheDaycareStaff hinzu, eine Anspielung auf seine frühere Aussage, wonach das Weiße Haus einer Einrichtung zur Tagesbetreuung für Erwachsene gleiche.

Trump twitterte am Dienstag zudem, Corker habe sich zum Rückzug aus der Politik entschlossen, nachdem er, Trump, sich geweigert habe, ihn zu unterstützen. «Und jetzt ist er nur negativ über alles, was mit Trump zu tun hat. Schaut seine Leistungsbilanz an!»

Corker erklärte, er habe mit anderen versucht, Trump zur Räson zu bringen, «aber offensichtlich ist er dem Präsidentenamt nicht gewachsen». Er denke, dass leider auch anderen Staatsführern in der Welt sehr klar sei, dass «vieles von dem, was Trump sagt, unwahr ist». Corker vermied es aber, Trump direkt einen Lügner zu nennen und antwortete nicht auf die Frage, ob nach seiner Meinung Trump abgesetzt werden sollte.

Corker hatte Trump in den vergangenen Wochen vorgeworfen, seine sorglose Rhetorik gegenüber anderen Weltmächten könnte Amerika in einen dritten Weltkrieg hineinziehen. Trump nannte ihn daraufhin «Liddle Bob Corker» und behauptete unzutreffenderweise, der Senator trete bei der nächsten Wahl aus Verzweiflung darüber nicht an, dass er, Trump, ihn nicht empfehlen wollen.

Die Nachrichtenagentur AP hat berichtet, dass Trump Corker bei einem vertraulichen Treffen im September zu einer Kandidatur gedrängt habe. Corkers Stabschef erklärte ebenfalls, Trump habe Corker angerufen und aufgefordert, seine Entscheidung über einen Rückzug zu überdenken.

Der Vorsitzende des Senatsausschusses für Auswärtige Beziehungen tritt im kommenden Jahr in Tennessee nicht zur Wiederwahl an. Der Republikaner kann deswegen frei von Parteiräson sprechen.