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Im Saarland, in Schleswig-Holstein und in Nordrhein-Westfalen stehen im nächsten Frühjahr Landtagswahlen an, im September wird ein neuer Bundestag gewählt. In vielen Bundesländern haben die Parteien am Wochenende wichtige Weichen für das Wahljahr 2017 gestellt.

Saar-Linke kürt Lafontaine zum Spitzenkandidaten

Oskar Lafontaine wird die Linkspartei im Saarland doch wieder in die Landtagswahl führen. Auf einer Landesmitgliederversammlung in Saarbrücken wurde der 73-Jährige am Samstag mit gut 89 Prozent auf Platz eins der Landesliste gewählt. Lafontaine hatte mit der Bekanntgabe seiner Kandidatur lange gezögert. Er geht nun zum dritten Mal als Spitzenkandidat der Linken ins Rennen. Bei der Landtagswahl 2012 kam die Partei auf 16,1 Prozent, 2009 auf 21,3 Prozent. Laut einer Forsa-Umfrage könnte sie derzeit mit 15 Prozent rechnen. Das Saarland wird zurzeit von einer großen Koalition regiert.

Lindner FDP-Spitzenkandidat in Nordrhein-Westfalen

FDP-Chef Christian Lindner führt die nordrhein-westfälischen Liberalen als Spitzenkandidat sowohl in die Landtagswahl als auch in die Bundestagswahl. Bei einer Landeswahlversammlung in Neuss wählten die rund 400 Delegierten den 37-Jährigen am Sonntag mit großer Mehrheit auf Platz der Landesliste für die Bundestagswahl 2017. Am Samstag war Lindner bereits zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl am 14. Mai bestimmt worden. Bei der Landtagswahl 2012 hatte die FDP in NRW 8,6 Prozent der Stimmen geholt. Bei der Bundestagswahl 2013 war sie aus dem Parlament geflogen.

Özdemir und Andreae führen Südwest-Grünen in den Bundestagswahlkampf

Der Bundesvorsitzende Cem Özdemir und die Finanzexpertin Kerstin Andreae werden die Grünen in Baden-Württemberg in den Bundestagswahlkampf 2017 führen. Ein Parteitag in Schwäbisch Gmünd wählte die beiden am Samstag wieder an die Spitze der Landesliste. Andreae erhielt 85,2 Prozent Zustimmung, Özdemir 87,3 Prozent. Özdemir will auch einer der beiden bundesweiten Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl werden.

Klöckner als CDU-Chefin in Rheinland-Pfalz bestätigt

Die rheinland-pfälzische CDU hat die Landesvorsitzende Julia Klöckner für weitere zwei Jahre im Amt bestätigt. Auf einem Parteitag in Wittlich fuhr die 43-jährige Oppositionsführerin im Mainzer Landtag allerdings ihr bislang schwächstes Ergebnis ein. 308 der 360 Delegierten stimmten für sie, 42 gegen sie, 10 enthielten sich. Dies bedeutet eine Zustimmung von 85,6 Prozent - nach Rechnung der CDU, die Enthaltungen nicht mitzählt, waren es 88 Prozent. Vor zwei Jahren hatte Klöckner, die auch stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende ist, noch 98,4 Prozent erhalten, nach CDU-Rechnung 98,9 Prozent. Seitdem hat sie im vergangenen März eine Niederlage bei der Landtagswahl kassiert. Zudem macht ihr eine Spendenaffäre ihres Landesverbands zu schaffen.

Kieler Fraktionschef Günther zum Vorsitzenden der Nord-CDU gewählt

Daniel Günther ist neuer Landesvorsitzender der CDU in Schleswig-Holstein. Der 43-jährige Landtagsfraktionschef wurde am Samstag auf einem Parteitag in Neumünster zum Nachfolger des Bundestagsabgeordneten Ingbert Liebing gewählt. Der hatte vor drei Wochen angesichts schlechter Umfragewerte und geringen Rückhalts in der Partei den Verzicht auf Vorsitz und Spitzenkandidatur erklärt. Günther soll die CDU nun auch als Spitzenkandidat in die Landtagswahl am 7. Mai 2017 führen.

Sachsen-Anhalts CDU wird weiter von Thomas Webel geführt

Die CDU in Sachsen-Anhalt wird weiter von Thomas Webel geführt. Der 62-Jährige musste bei seiner Wiederwahl allerdings einen Dämpfer hinnehmen. Bei einem Parteitag in Dessau-Roßlau erhielt er am Samstag nur 125 von 185 abgegebenen Stimmen. Das entspricht 67,6 Prozent - nach Rechnung der CDU, die die Enthaltungen nicht mitzählt, 69 Prozent. Vor zwei Jahren hatte Webel nach CDU-Rechnung noch 80,8 Prozent der Stimmen bekommen. Er steht seit 2004 an der Spitze des CDU-Landesverbandes.

Thüringer CDU bestätigt Mohring als Landeschef

Die Thüringer CDU hat erneut Mike Mohring zu ihrem Landesvorsitzenden gewählt. Auf einem Parteitag am Samstag in Apolda erhielt er 129 von 160 gültigen Stimmen. Das entspricht einer Zustimmung von etwa 80,6 Prozent. Nach Rechnung der CDU, die die Enthaltungen nicht mitzählt, waren es 81,65 Prozent. Mohring war der einzige Kandidat für den Posten. Vor zwei Jahren hatte er mit 87,8 Prozent nach regulärer Rechnung etwas besser abgeschnitten.

Bausewein bleibt Thüringer SPD-Chef

Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein steht auch in den nächsten zwei Jahren an der Spitze der Thüringer SPD. Er wurde am Samstag auf einem Parteitag in Erfurt mit 79,9 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt. Der 43-Jährige steht für den personellen Neuanfang der Thüringer Sozialdemokraten nach dem Debakel bei der Landtagswahl 2014. Vor zwei Jahren hatte er bei seiner ersten Wahl zum Parteivorsitzenden allerdings noch 89,7 Prozent erhalten. In Thüringen ist die SPD der Juniorpartner der Linken in einer rot-rot-grünen Koalition.