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Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner plädierte in der «Bild am Sonntag» für die ersatzlose Abschaffung des Solidaritätszuschlags. «Ein Jamaika-Steuerkonzept kann es nur geben, wenn es das Ende des Solidaritätszuschlags umfasst, ohne dass den Menschen das Geld an anderer Stelle wieder aus der Tasche gezogen wird.» In den in der nächsten Woche beginnenden Sondierungsgesprächen werde die FDP «das von allen Parteien versprochene Ende des Solidaritätszuschlags zum Thema machen», sagte Lindner. Dabei gehe es nicht nur um Entlastung, sondern auch um die Glaubwürdigkeit der Politik.

Eine Jamaika-Koalition kann nach Einschätzung von Grünen-Chef Cem Özdemir nur zustande kommen, wenn sich «alle Parteien mit ihrer Identität in ihr wiederfinden». Für die Grünen seien dies «Umwelt, Europa, Gerechtigkeit». Der «Welt am Sonntag» sagte Özdemir: «Es braucht Gemeinsamkeit. Eine Koalition darf keine bloße Addition einzelner Partner werden.» Und weiter: «Ich werde keinen Koalitionsvertrag unterschreiben, bei dem ich nicht halbwegs sicher bin, dass er für vier Jahre tragen kann.»

Alle vier Parteien müssen zufrieden sein

Eine Regierung werde nur dann erfolgreich sein, wenn sich alle vier Partner als Gewinner sehen und wenn sie zusammen etwas voranbringen können. «Wenn die Koalition zustande kommt, darf es keine Koalition werden, die sich nur auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigt.»

Der CDU-Vorsitzenden und Regierungschefin Angela Merkel empfahl Özdemir den früheren Kanzler Helmut Kohl als Vorbild: «Man kann über Helmut Kohl sagen, was man will, aber er hat es sehr erfolgreich verstanden, der FDP genügend Raum zu lassen. Er passte auf, dass beide, also FDP und CDU/CSU, ihr Profil finden konnten.»