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Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern zeichnet sich eine etwas höhere Wahlbeteiligung als vor fünf Jahren ab. Wie Landeswahlleiterin Doris Petersen-Goes in Schwerin sagte, hatten bis 14.00 Uhr 32,8 Prozent der Wähler ihre Stimmen abgegeben. Das seien drei Prozentpunkte mehr als 2011 zu diesem Zeitpunkt. Zudem lag die Briefwahlquote landesweit in diesem Jahr bei bis zu 20 Prozent und damit deutlich höher als vor fünf Jahren. Bei regnerischem Wetter verlaufe die Wahl aber sonst ohne Besonderheiten und sehr ruhig.

Die Beteiligung in Rostock, der größten Stadt des Landes, lag bei 31,8 Prozent und damit ähnlich hoch wie 2011, sagte ein Stadtsprecher. In Schwerin, wo auch ein neuer Oberbürgermeister gewählt wird, stimmten in der Innenstadt 35 Prozent der Wähler bis 14.00 Uhr ab, drei Prozentpunkte mehr als vor fünf Jahren, sagte Wahlleiter Bernd Nottebaum.

Umfragen sehen SPD vorn

Gut 1,3 Millionen Menschen sind aufgerufen, das Parlament für die nächsten fünf Jahre im Nordosten zu wählen. Umfragen sahen die SPD zuletzt mit 28 Prozent vorn. Das wäre ein herber Verlust im Vergleich zur Wahl vor fünf Jahren. Damals siegten die Sozialdemokraten mit 35,6 Prozent. Mit Spannung wird das Abschneiden der AfD erwartet. Sie könnte nach Umfragen mit mehr als 20 Prozent als zweitstärkste Kraft vor der CDU ins Schweriner Schloss einziehen. Ihr bislang bestes Ergebnis bei einer Landtagswahl erreichte sie im März mit 24,3 Prozent in Sachsen-Anhalt.

Würden die Umfrageergebnisse bestätigt, könnten SPD und CDU ihre Koalition fortsetzen. Alternativ könnte es auch knapp für Rot-Rot-Grün reichen. In letzten Umfragen lagen die Grünen bei 6 Prozent und die Linke zwischen 13 und 15 Prozent. Die Wahl gilt - zusammen mit der Wahl zum Abgeordnetenhaus in Berlin in zwei Wochen - bereits als Stimmungstest für die Bundestagswahl im Jahr 2017.

"Es geht um die Zukunft unseres Landes"

Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) äußerte sich bei der Stimmabgabe zuversichtlich, dass die SPD trotz vorhergesagter Verluste wieder stärkste Partei wird. Wichtig sei, dass viele Menschen ihre Entscheidung nicht von bundespolitischen Themen abhängig machten, sondern von Themen, die für Mecklenburg-Vorpommern von Bedeutung seien. "Es geht um die Zukunft unseres Landes."

Die Sprecher der Alternative für Deutschland (AfD), Spitzenkandidat Leif-Erik Holm und Matthias Manthei, zeigten sich siegesgewiss. "Wir sind scharf auf den ersten Platz", sagte Manthei in Wackerow bei Greifswald. "Wir hoffen auf ein Ergebnis gut in den 20ern", erklärte Holm in Schwerin.

Nach Einschätzung des Rostocker Politikwissenschaftlers Martin Koschkar ist bisher noch keine Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern so massiv von einem bundespolitischen Thema überlagert worden. Die Themen Flüchtlinge, Zuwanderung, Integration polarisierten. Befragungen hätten gezeigt, dass sie die Wahlentscheidungen in allen Schichten beeinflussten.