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Für eine Fortsetzung der rot-grünen Regierung in Niedersachsen gibt es keine Mehrheit mehr. Die SPD errang bei der Landtagswahl am Sonntag 55 Sitze im Parlament, die Grünen 12 - zusammen haben beide damit künftig 67 von 137 Sitzen.

Rechnerisch möglich ist nun die Bildung einer großen Koalition, einer Ampel-Koalition oder einer Jamaika-Regierung. Ein Ampel-Bündnis mit SPD und Grünen hat die FDP allerdings bisher kategorisch ausgeschlossen.

Die CDU kam auf 50 Sitze, die FDP auf 11. Die AfD zieht mit 9 Abgeordneten erstmals in den Landtag in Hannover ein.

Nach Auszählung aller Stimmen kamen die Sozialdemokraten unter dem amtierenden Ministerpräsidenten Stephan Weil auf 36,9 Prozent. Die CDU stürzte mit Herausforderer Bernd Althusmann mit 33,6 auf ein historisch schlechtes Ergebnis ab. Die Grünen erzielten 8,7 Prozent, die FDP kam auf 7,5 Prozent, die AfD 6,2 Prozent, die Linke 4,6 Prozent, sie verpasste erneut den Einzug ins Parlament.

Trittin: Ampel-Weigerung der niedersächsischen FDP verantwortungslos 

Der Grünen-Politiker Jürgen Trittin hat die FDP in Niedersachsen für ihre Absage an ein gemeinsames Dreierbündnis unter SPD-Führung scharf angegriffen. «Dass sich die FDP einfach Gesprächen verweigert, ist demokratisch verantwortungslos», sagte der Bundestagsabgeordnete aus Niedersachsen der Deutschen Presse-Agentur. Die Freidemokraten müssten verstehen, dass der Wahlkampf vorbei sei. «Wenn wir Grüne uns auf Bundesebene so wie die niedersächsische FDP verhalten würden, gäbe es keine Jamaika-Sondierungen», sagte Trittin, der für die Grünen an Gesprächen mit Union und FDP im Bund teilnehmen wird.

Bleibt die FDP bei ihrer Haltung, sind in Niedersachsen wohl nur eine große Koalition unter Führung der SPD oder eine Jamaika-Koalition aus CDU, Grünen und FDP möglich. Der Ministerpräsident und Wahlgewinner Stephan Weil habe mit der SPD einen «klaren Regierungsauftrag», sagte Trittin. Den Wahlkampf lobte er als eine «Aufholjagd von Rot-Grün sondersgleichen», der CDU attestierte er eine «krachende Niederlage».