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Nordkorea hat nach Angaben Südkoreas angekündigt, den Kommunikationskanal zwischen den beiden Ländern wieder zu öffnen. Das nordkoreanische Staatsradio habe das am Mittwoch mitgeteilt, so das südkoreanische Vereinigungsministerium. Nordkorea werde versuchen, sich auf eine «ernste und vorsichtige» Art und Weise mit Südkorea einzulassen, sagte der Vorsitzende des nordkoreanischen Ausschusses für eine friedliche Wiedervereinigung, Ri Son Gwon, im Namen von Machthaber Kim Jong Un. Damit werde dem Willen des Staatsoberhaupts entsprochen.

Laut des nordkoreanischen Staatsradios gab es Pläne, die Kommunikationsleitung zum Grenzdorf Panmunjom noch am Mittwoch wieder herzustellen. Der Schritt erfolgte nach einem Gesprächsangebot auf hoher diplomatischer Ebene für den 9. Januar von Seoul. Ob dieses angenommen werde, teilte Pjöngjang bisher jedoch nicht mit. Wenn persönliche Gespräche zustandekommen sollten, würde es sich um den ersten offiziellen Dialog zwischen den beiden Nachbarn seit Dezember 2015 handeln.

Angesichts der anstehenden Olympischen Winterspiele im Februar im südkoreanischen Pyeongchang hatte Kim in seiner Neujahrsansprache erklärt, dass sich die Beziehung zum südlichen Nachbarn wieder bessern müsse. Er kündigte an, eine Delegation für die Spiele nach Südkorea entsenden zu wollen.

Analysten sehen in Kims Vorstoß einen Versuch, einen Keil zwischen Seoul und dessen Verbündeten in Washington zu treiben. So könnten die internationale Isolation des Landes etwas aufgehoben und die Sanktionen gegen Pjöngjang gelockert werden. Nach mehreren Raketentests Pjöngjangs hatte sich das Verhältnis zwischen den Ländern 2017 zusehends verschlechtert.