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Nordkorea hat nach eigenen Angaben alle Anlagen für die Atomwaffenproduktion im umstrittenen Nuklearkomplex Yongbyon in Gang gesetzt. Dazu gehörten auch der Fünf-Megawatt-Reaktor und die Anlagen zur Urananreicherung, wurde der Leiter des Atomforschungsinstituts am Dienstag von den staatlichen Medien zitiert.

Das Land sei damit erfolgreich, die Qualität der Atomwaffen zu verbessern. Uran in hoch angereicherter Form kann außer Plutonium für den Atombombenbau verwendet werden. Nordkorea hat seit 2006 drei Atomtests unternommen, auf die der UN-Sicherheitsrat jeweils mit Sanktionen gegen das kommunistische Regime reagierte. 

Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye und EU-Ratspräsident Donald Tusk riefen das isolierte Land zum Verzicht auf sein umstrittenes Raketen- und Atomprogramm auf. Nordkorea müsse seine Verpflichtungen gemäß den Resolutionen des UN-Sicherheitsrats erfüllen und von weiteren Provokationen Abstand nehmen, hieß es am Dienstag in einer Erklärung von Park und Tusk nach ihren Gesprächen in Seoul.

Wirbel um Raketenstart

Zuvor warnte Südkorea Nordkorea vor dem Start einer neuen Weltraumrakete. Der Start einer Rakete mit großer Reichweite wäre eine "ernste Provokation", sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul am Dienstag.

Pjöngjang würde damit gegen UN-Resolutionen verstoßen, die dem Land Raketenstarts unter Verwendung ballistischer Raketentechnik verböten, wurde er von der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap zitiert.        

Nordkorea hatte angedeutet, zum Gründungstag der in dem Land herrschenden Arbeiterpartei am 10. Oktober einen Satelliten ins All schießen zu wollen. Die Welt werde erleben, wie "eine Reihe von nordkoreanischen Satelliten in den Himmel fliegen", hieß es in einer von den staatlichen Medien veröffentlichten Erklärung der nationalen Raumfahrtbehörde.

Nordkorea war bereits auffällig

Die Behörde nannte keinen konkreten Zeitpunkt. Allerdings hieß es, ihr Direktor sei zum Gründungstag der Partei zur Entwicklung der Weltraumerforschung befragt worden. 
   
Der UN-Sicherheitsrat hatte Anfang 2014 nach dem Start einer mehrstufigen Rakete durch Nordkorea die Sanktionen gegen Pjöngjang ausgeweitet. Während Nordkorea von einem Satellitenstart zu friedlichen Zwecken gesprochen hatte, vermuteten die USA und Südkorea einen erneuten verschleierten Waffentest im Rahmen des umstrittenen Atomprogramms des Landes.