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Russland droht Ländern mit Gegenmaßnahmen, die neue US-Mittelstreckenraketen bei sich stationieren sollten. Generalstabschef Waleri Gerassimow sagte am Mittwoch in Moskau vor ausländischen Militärdiplomaten: "Nicht das Territorium der USA, sondern das der Länder, die amerikanische Kurz- und Mittelstreckenraketen stationieren lassen, wird zum Objekt der Zerstörung bei einer Antwort Russlands."

Die USA hatten Russland am Dienstag ein Ultimatum von 60 Tagen gesetzt, um die Zerstörung neuer Marschflugkörper zuzusagen. Die Waffen des Typs SSC-8 verstießen gegen den INF-Vertrag zum Verzicht auf atomare Mittelstreckenwaffen. Die Nato warf Russland erstmals geschlossen vor, mit den SSC-8 gegen den INF-Vertrag zu verstoßen. Moskau bestreitet das und versicherte Vertragstreue.

"Ein sehr gefährlicher Schritt"

Von russischer Seite werde der drohende Ausstieg nicht ohne Antwort bleiben, betonte Gerassimow. Durch die Ankündigung der USA, aus dem Vertrag mit Moskau auszusteigen, sei die Rüstungskontrolle schwieriger geworden. "Wir betrachten dies als einen sehr gefährlichen Schritt, der nicht nur die europäische Sicherheit, sondern auch die strategische Stabilität im Allgemeinen beeinträchtigen kann."

Nach Angaben von Gerassimow hat Russland den Ausbau seines Radarsystems entlang der Grenze abgeschlossen. "Dies garantiert das Orten von Raketen aus allen Richtungen." Er sprach zugleich von einer zunehmenden Präsenz der Nato an der Grenze zu Russland und erklärte: "Unter diesen Bedingungen ergreifen wir alle erforderlichen Maßnahmen, um die militärische Sicherheit zu gewährleisten."