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CSU-Chef Horst Seehofer hat seinen Kritikern vorgeworfen, mit Rücktrittsforderungen gegen ihn während der laufenden Jamaika-Koalitionssondierung Schaden anzurichten. «Obwohl im Parteivorstand einstimmig beschlossen wurde, dass eine Personaldiskussion während der Gespräche in Berlin nicht erfolgen soll, erlebe ich seit der Bundestagswahl ein ununterbrochenes Trommelfeuer gegen meine Person aus der eigenen Partei», sagte der bayerische Ministerpräsident der «Bild am Sonntag». «Das ist ohne Frage schädlich.» Und: Nach den Sondierungsgesprächen wird es von mir eine klare und deutliche Reaktion geben.»

Erst einmal lasse er sich von den Angriffen aber in keiner Weise beeinflussen. Er kämpfe «wie ein Löwe in Berlin», sagte Seehofer. «Die Verhandlungen sind politische Schwerstarbeit. Wir müssen jetzt das Tempo erhöhen. Die Menschen in Deutschland erwarten zurecht endlich Resultate aus den Verhandlungen und die Bildung einer stabilen Regierung.»

JU will personellen Neuanfang

Die bayerische Junge Union hatte auf ihrer Landesversammlung am Samstag in Erlangen öffentlich ein Papier beschlossen, in dem sie einen «personellen Neuanfang» der CSU ohne Seehofer fordert. Zuvor hatten mehrere CSU-Bezirksvorstände intern einen «geordneten» personellen Übergang gefordert.

Unterstützung bekam Seehofer von Parteivize Manfred Weber: «In der Art und Weise, wie es die letzten Wochen gelaufen ist, wurde bereits Schaden verursacht», sagte der dem Blatt. «Die Menschen haben ein feines Gespür dafür, dass der Anstand gewahrt bleiben muss. Gerade ein Ministerpräsident ist eine Respektsperson.»