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Die bewaffneten Angriffe in Halle haben nach Angaben von Bundesinnenminister Horst Seehofer sehr wahrscheinlich ein rechtsextremistisches Motiv. "Nach Einschätzung des Generalbundesanwalts gibt es ausreichend Anhaltspunkte für einen möglichen rechtsextremistischen Hintergrund", teilte der CSU-Politiker am Mittwochabend in Berlin mit. Die aktuelle Erkenntnislage erlaube es aber noch nicht, die Tat abschließend einzuordnen.

"Ein schwarzer Tag"

Bei den Angriffen auf eine Synagoge und "an weiteren Orten im Raum Halle" sind nach Angaben des Innenministeriums zwei Menschen getötet und mehrere Menschen verletzt worden. "Nach dem derzeitigen Stand der Erkenntnisse müssen wir davon ausgehen, dass es sich zumindest um einen antisemitischen Angriff handelt", sagte Seehofer. "Der höchste jüdische Feiertag Jom Kippur ist heute ein schwarzer Tag. Ein schwer bewaffneter Täter hat versucht, in eine Synagoge einzudringen, in der sich rund 80 Menschen aufhielten."

Bei dem mutmaßlichen Täter soll es sich nach dpa-Informationen um den 27 Jahre alten Stephan B. handeln. Der Mann war den Behörden ersten Informationen zufolge bisher nicht als Teil der rechtsextremen Szene in Sachsen-Anhalt aufgefallen.

"Ich denke an die Opfer"

Seehofer erklärte weiter, er sei über diesen abscheulichen Angriff zutiefst bestürzt und verurteile ihn auf das Schärfste. "Ich denke an die Opfer und Ihre Familien und wünsche den Verletzten eine schnelle und vollständige Genesung", sagte der Minister.

Er will am morgigen Donnerstag gemeinsam mit dem Präsidenten des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, nach Halle an der Saale reisen.

Über den Stand der Ermittlungen werden die Behörden in Sachsen-Anhalt Seehofer zufolge an diesem Donnerstag informieren.