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Facebook hat nach eigenen Angaben fast 500 gefälschte Accounts identifiziert, die wahrscheinlich von Russland aus betrieben wurden und politische Anzeigen für das soziale Netzwerk kauften. Das Unternehmen habe diese bei einer Überprüfung seiner Anzeigenverkäufe entdeckt, teilte der Leiter des Sicherheitsteams von Facebook, Alex Stamos, am Mittwoch (Ortszeit) in einer Erklärung mit. Die Überprüfung fand im Rahmen einer weitreichenden Untersuchung zur mutmaßlichen Einmischung Russlands in die US-Wahl im vergangenen Jahr statt.

Die 470 gefälschten Nutzerprofile hätten sich nicht direkt auf die Wahl bezogen oder einen bestimmten Kandidaten unterstützt, erklärte Stamos. Die 3000 gekauften Anzeigen hätten jedoch politische Botschaften beworben. Sie seien zwischen Juni 2015 und Mai 2017 gekauft worden. Facebook meldete das nach eigenen Angaben auch den US-Bundesbehörden.

Russland-Affäre: Trumps Sohn trifft sich mit Justizausschuss

Zur Aufklärung der Russland-Affäre wird sich der älteste Sohn von US-Präsident Donald Trump am Donnerstag hinter verschlossenen Türen mit den Mitgliedern des Justizausschusses treffen. Donald Trump Jr. soll dabei von Mitarbeitern des Komitees befragt werden, wie die stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses, die demokratische Senatorin Dianne Feinstein, am Mittwoch (Ortszeit) sagte. Es war unklar, ob nach dem Treffen etwas zu dessen Inhalt bekannt wird.

Trump Jr. steht im Fokus, weil er sich während des Wahlkampfs mit einer russischen Anwältin getroffen hatte. Diesem Gespräch hatte er zugestimmt, nachdem ihm belastende Informationen über die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton versprochen worden waren. In einer E-Mail an ihn war von einem Versuch der russischen Regierung die Rede, dem älteren Trump zu helfen. Dies gilt als bisher deutlichstes Indiz, dass Mitglieder aus Trumps Wahlkampflager bereit gewesen sein könnten, mit Russland zusammenzuarbeiten.

US-Geheimdienste beschuldigen Moskau seit längerer Zeit, sich mit Hackerangriffen in den Wahlkampf eingemischt zu haben, um Trump zu helfen und dessen Konkurrentin Clinton zu schaden. Ein Sonderermittler prüft, ob es dabei Absprachen mit Trumps Wahlkampflager gab. Auch mehrere Kongressausschüsse, darunter das Justizkomitee, arbeiten die Geschehnisse auf.