- Bildquelle: dpa © dpa

In Niedersachsen haben seit 8.00 Uhr die Wahllokale geöffnet. Knapp 6,1 Millionen Menschen sind aufgerufen, einen neuen Landtag zu wählen. Letzte Umfragen lassen ein Kopf-an-Kopf-Rennen erwarten zwischen der SPD von Ministerpräsident Stephan Weil und der CDU, die mit dem früheren Kultusminister Bernd Althusmann als Spitzenkandidat ins Rennen geht.

Die Landtagswahl war ursprünglich für Anfang 2018 geplant. Weil eine Grünen-Abgeordnete überraschend zur CDU wechselte und die rot-grüne Landesregierung deshalb keine Mehrheit mehr hatte, wurde die Wahl vorgezogen. Die Abstimmung in Niedersachsen ist die erste Landtagswahl nach der Bundestagswahl vor drei Wochen und wird bundesweit mit Spannung verfolgt. Die Wahllokale sind bis 18.00 Uhr geöffnet.

Den Umfragen zufolge wird die Regierungsbildung voraussichtlich schwierig - demnach reicht es weder für die Fortsetzung des Regierungsbündnisses noch für Schwarz-Gelb. Rechnerisch möglich scheinen eine große Koalition, ein Ampel-Bündnis aus SPD, Grünen und FDP sowie eine Jamaika-Koalition von CDU, Grünen und FDP.

Höhere Wahlbeteiligung

Ein Rekord bahnt sich in Niedersachsen mit Blick auf die Briefwahl ab. In vielen Städten und Gemeinden haben so viele Wahlberechtigte wie noch nie seit mindestens 1986 Briefwahlunterlagen beantragt, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab.

Bei der Landtagswahl hat sich am Vormittag eine höhere Wahlbeteiligung als 2013 abgezeichnet. Um 10.00 Uhr lag die Wahlbeteiligung bei 8,21 Prozent - vor vier Jahren hatten zum selben Zeitpunkt 5,37 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Das gab eine Mitarbeiterin der Landeswahlleitung in Hannover am Sonntag bekannt. 2013 lag die Wahlbeteiligung bei 59,4 Prozent, nachdem sie 2008 noch mit 57,1 Prozent ein für das Bundesland historisches Tief erreicht hatte.